Mitteleuropas Wälder stehen nach Einschätzung des Biologen Ansgar Kahmen unter starkem Stress.
Überall seien abgestorbene Bäume zu sehen. Dies sei ein starkes Zeichen für eine massive Veränderung im Wald.
Die Universität Basel untersucht seit fast zehn Jahren auf einem Testgelände im Kanton Baselland, wie die wichtigsten mitteleuropäischen Baumarten auf den Klimawandel reagieren. In dem Waldstück nahe der Gemeinde Hölstein wachsen alle wichtigen Baumarten aus Mitteleuropa. Das europaweit einzigartige Experiment soll zeigen, wie unterschiedlich die Arten mit den veränderten Bedingungen umgehen.
Die neuesten Ergebnisse zeigten, dass sich viele Baumarten nicht schnell genug anpassen könnten, sagte Kahmen. Die Forschenden seien bisher davon ausgegangen, dass die Bäume über eine gewisse Widerstandsfähigkeit verfügten.
Besonders stark betroffen sind Baumarten mit flachen Wurzeln. Während anhaltender Trockenphasen erreichen sie das Wasser in tieferen Bodenschichten nicht mehr. Vor allem die Buche, die heute noch viele Schweizer und mitteleuropäische Wälder prägt, leide massiv unter den veränderten Bedingungen.
Es gebe jedoch Grenzen. Sie könnten auch während Trockenphasen Wasser aus tieferen Bodenschichten aufnehmen.
Im Extremfall könnte sich der Wald langfristig zu offeneren Beständen mit deutlich weniger Bäumen pro Fläche entwickeln, sagte Kahmen. Dadurch würde der Wasserverbrauch des Ökosystems sinken. Die Entwicklung könne zugespitzt in Richtung Savanne gehen, dies sei jedoch das Ende einer langen Entwicklung.
Wahrscheinlicher sei ein Szenario, in dem der Mensch aktiv eingreife. Diskutiert werde, gezielt Baumarten aus trockeneren Klimazonen anzupflanzen, die zugleich mit den weiterhin kalten Wintern umgehen könnten.
Kommentare (0)