Österreichs Städte haben nach Einschätzung des WWF ihre Pläne zur Begrünung bislang nur lückenhaft ausgearbeitet. Von 14 untersuchten Städten verfügten acht in der geprüften Form noch über keinen Stadtbegrünungsplan. Wie die Salzburger Nachrichten berichteten, prüfte der WWF unter anderem die Unterlagen aus Wien, Graz, Innsbruck und Klagenfurt.
Die EU-Kommission hatte 2020 im Rahmen der Biodiversitätsstrategie für 2030 ehrgeizige Begrünungspläne für Städte mit mehr als 20.000 Einwohnenden gefordert. Die EU verschärfte die Vorgaben 2024 mit der Wiederherstellungsverordnung.
Der WWF erklärte, die Schutzwirkung städtischer Grünflächen sei angesichts der Klimakrise unzureichend und ungleich verteilt.
Für den Städtecheck verglich der WWF übermittelte Planungsunterlagen mit dem Leitfaden der EU-Kommission. Zwar hätten alle teilnehmenden Kommunen Ziele für die Stadtbegrünung formuliert, häufig fehle aber eine nachvollziehbare Verbindung zu konkreten Maßnahmen, deren Finanzierung und einer Erfolgskontrolle. Die Städte müssten ihre Ziele konsequenter in eine langfristige Planung übersetzen, erklärte WWF-Expertin Maria Peer.
Dornbirn, Linz, Salzburg, Steyr und Villach bereiteten nach Angaben des WWF entsprechende Pläne vor. Klagenfurt bezeichnete die Organisation als „Begrünungsspeerspitze“, weil die Stadt die zentralen Elemente der Empfehlungen der EU-Kommission berücksichtige. Auch dort fehlten teilweise konkrete Zielwerte, präzise Maßnahmen und Kostenschätzungen.
Zu den Städten ohne Stadtbegrünungsplan in der untersuchten Form zählte der WWF Wien, Graz, Innsbruck und St. Pölten. St. Pölten habe zwar einen Stadtbegrünungsplan gemeldet, bei Umsetzung und Erfolgskontrolle habe die Prüfung aber Lücken ergeben.
Der WWF sieht außerdem Bedarf an fachlicher Unterstützung und besseren rechtlichen Möglichkeiten, etwa beim Baumschutz auf privaten Grundstücken. Begrünungspläne müssten auch festlegen, wo hochwertige Grünräume zum Schutz vor Hitze gebraucht würden.
Die seit 18. Bis Ende 2030 darf es demnach bundesweit im Vergleich zu 2024 keinen Nettoverlust an städtischen Grünflächen und Baumüberschirmung geben.
Kommentare (0)