Die Bundesnetzagentur veröffentlichte in Bonn einen entsprechenden Entwurf. Endgültig beschlossen ist die Erhöhung noch nicht. Wie n-tv berichtet, hat die Deutsche Post die bisherigen Spielräume für Preiserhöhungen stets vollständig genutzt.
Der vorgeschlagene Wert gilt für die Jahre 2027 und 2028. Er bezieht sich auf die prognostizierte Gesamtmenge aller Briefe und Postkarten. Welche Briefarten wie stark teurer werden, entscheidet die Deutsche Post später selbst. Würde sie den Spielraum gleichmäßig anwenden, kostete ein Standardbrief innerhalb Deutschlands künftig 1,14 Euro. Möglich wären auch Preise in 5-Cent-Schritten, etwa 1,10 oder 1,15 Euro. Derzeit kostet ein bis zu 20 Gramm schwerer Standardbrief 95 Cent.
Der durchschnittliche Preisaufschlag hatte 2022 bei 4,6 Prozent gelegen. 2025 waren es 10,48 Prozent.
Auch Pakete und Geschäftskunden-Sendungen sollen teurer werden. Für Pakete sieht der Entwurf einen Erhöhungsspielraum von 10,72 Prozent vor. 2025 hatte dieser bei 7,21 Prozent gelegen. Für die Post von Firmen und Behörden schlägt die Bundesnetzagentur ebenfalls 20,35 Prozent vor.
Bundesnetzagentur-Präsident Klaus Müller sagte, wegen der zunehmenden Digitalisierung seien die Kosten auf weniger Briefe zu verteilen, deshalb stiegen die Preise. Nach seiner Darstellung habe die Deutsche Post einen noch höheren Aufschlag beantragt. Die Regulierungsbehörde sei mit ihrem Vorschlag jedoch unter den Forderungen geblieben und habe mehrere von der Post geltend gemachte Positionen nicht berücksichtigt.
Die Deutsche Post kann das Porto nicht allein festlegen. Nach dem veröffentlichten Entwurf wird die Branche zunächst konsultiert. Anschließend legt die Bundesnetzagentur die Vorgabe fest. Danach bestimmt die Post die Preise für die einzelnen Briefarten innerhalb dieses Rahmens. Die Behörde prüft diese Entscheidung und gibt das Porto für 2027 frei.
Die Briefmenge in Deutschland sinkt seit Jahren. 2005 wurden 16,9 Milliarden Briefsendungen verschickt, 2025 waren es knapp 9,4 Milliarden. Verbraucher nutzen zunehmend E-Mails und Chatnachrichten. Auch Behörden und Unternehmen stellen immer mehr Post auf digitale Kanäle um. Zugleich muss die Post nach Angaben von n-tv weiterhin zahlreiche Briefkästen, Filialen und Zustellstrukturen betreiben.
Im Vergleich zu einigen europäischen Nachbarstaaten ist der Versand eines Standardbriefs in Deutschland derzeit günstiger. In Österreich kostet er einen Euro, in den Niederlanden 1,40 Euro und in Frankreich 1,52 Euro. In Frankreich soll das Porto zum Jahreswechsel auf 1,67 Euro steigen.
Zu den Privatkunden-Sendungen zählen auch Briefe kleiner Unternehmen, von Steuerberatern, Anwälten und Vereinen, die diese selbst frankieren und in Briefkästen oder Filialen abgeben.
Für die Zustellung gelten seit Anfang 2025 Vorgaben: 95 Prozent der eingeworfenen Sendungen müssen nach drei Werktagen zugestellt sein, 99 Prozent nach vier Werktagen.
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