Die Pflege durch Angehörige verursacht in der Schweiz deutlich höhere Kosten als bislang angenommen. Nach neuen Zahlen des Krankenkassenverbands beläuft sich die Belastung für die Prämienzahler auf 350 Millionen Franken. Damit gerät Gesundheitsministerin Elisabeth Baume-Schneider wegen der Entwicklung der Gesundheitsausgaben zunehmend unter politischen Druck.
Bei der Angehörigenpflege übernehmen Familienmitglieder oder andere nahestehende Personen Pflegeaufgaben. Die nun genannten 350 Millionen Franken beziehen sich auf die Kosten, die in diesem Zusammenhang zulasten der Krankenversicherung beziehungsweise ihrer Prämienzahler entstehen. Der Krankenkassenverband bewertet die finanzielle Belastung damit offenbar deutlich höher als bisher befürchtet.
Die neuen Angaben verschärfen die Diskussion über die Finanzierung des Schweizer Gesundheitswesens. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie stark die Prämienzahlenden durch Leistungen belastet werden, die außerhalb professioneller Pflegeangebote erbracht werden. Die vorliegenden Informationen enthalten jedoch keine näheren Angaben dazu, wie sich die Summe zusammensetzt oder über welchen Zeitraum sie berechnet wurde.
Für Baume-Schneider erhöht sich damit der politische Handlungsdruck. Als zuständige Bundesrätin steht sie in der Debatte über die Entwicklung der Gesundheitskosten und die Belastung der Versicherten im Fokus. Ob und welche konkreten Maßnahmen aus den neuen Zahlen folgen könnten, ist bislang nicht bekannt.
Die Angaben liefern zudem keinen Aufschluss darüber, wie sich die Kosten der Angehörigenpflege in den vergangenen Jahren entwickelt haben. Ebenso liegen keine genaueren Informationen zu den Reaktionen der Bundesrätin, zu möglichen politischen Vorstößen oder zu einer geplanten Änderung der Finanzierung vor. Sicher ist nach den veröffentlichten Zahlen lediglich, dass die Belastung mit 350 Millionen Franken erheblich ausfällt und die Debatte über die Kostenkontrolle im Gesundheitswesen weiter verschärft.
Über die neuen Zahlen und den daraus entstehenden Druck auf die Gesundheitsministerin berichtete zuerst der Tages-Anzeiger.
Kurz zusammengefasst
- Angehörigenpflege belastet die Prämienzahler in der Schweiz laut Krankenkassenverband mit 350 Millionen Franken
- Die Zahlen verschärfen die Debatte über die Finanzierung und Kostenkontrolle im Schweizer Gesundheitswesen
- Gesundheitsministerin Elisabeth Baume-Schneider gerät dadurch politisch zunehmend unter Druck
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