In Ägypten ist ein Journalist der unabhängigen Plattform Matsadaash wegen des Vorwurfs angeklagt worden, sich einer terroristischen Organisation angeschlossen zu haben. Zuvor waren sechs Mitarbeiter des Recherche- und Faktencheck-Angebots festgenommen worden. Der Verbleib der fünf weiteren Betroffenen ist weiterhin unbekannt.
Die Festnahmen erfolgten nach Angaben aus der Meldung in der vergangenen Woche. Die Behörden werfen den Journalisten vor, ohne entsprechende Genehmigung tätig gewesen zu sein und Falschmeldungen im Auftrag der verbotenen Muslimbruderschaft veröffentlicht zu haben. Genauere Angaben zum Ort der Festnahmen, zur Identität des angeklagten Journalisten oder zum weiteren Verlauf des Verfahrens liegen nicht vor.
Matsadaash ist eine unabhängige Plattform, die sich mit Faktenprüfung und investigativer Recherche beschäftigt. Der Name bedeutet sinngemäß „Glaubt nicht“. Nach der Festnahme der gesamten Redaktion haben Menschenrechtsorganisationen die Freilassung der sechs Mitarbeiter gefordert. Sie sehen in dem Vorgehen einen weiteren Schritt gegen die Pressefreiheit in Ägypten.
Bislang ist öffentlich nicht geklärt, wo sich die fünf nicht angeklagten Mitarbeiter befinden. Auch ist nicht bekannt, ob gegen sie ebenfalls Vorwürfe erhoben wurden oder ob sie Zugang zu rechtlicher Vertretung haben. Die vorliegenden Informationen enthalten zudem keine Angaben dazu, wann der angeklagte Journalist einem Gericht vorgeführt werden soll.
Der Fall fällt in eine angespannte Lage für unabhängige Medien in Ägypten. Die Behörden begründen ihr Vorgehen nach den vorliegenden Angaben mit dem Vorwurf einer fehlenden Zulassung, der Verbreitung falscher Nachrichten und einer angeblichen Verbindung zur Muslimbruderschaft. Die Organisation ist in Ägypten verboten. Ob die Anschuldigungen durch ein Gericht geprüft oder bestätigt wurden, geht aus den Informationen nicht hervor.
Die Forderungen nach der Freilassung richten sich auf alle sechs festgenommenen Mitarbeiter. Für den angeklagten Journalisten gilt bis zu einer rechtskräftigen Entscheidung die Unschuldsvermutung. Das berichtete zuerst The Guardian World.
Kurz zusammengefasst
- Ein Journalist der Plattform Matsadaash ist in Ägypten wegen des Vorwurfs einer Verbindung zu einer Terrororganisation angeklagt
- Zuvor wurden sechs Matsadaash-Mitarbeiter festgenommen, der Verbleib von fünf Betroffenen ist weiterhin unbekannt
- Menschenrechtsorganisationen fordern die Freilassung aller sechs Mitarbeiter und sehen einen Angriff auf die Pressefreiheit
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