Deutschland hat im August 2026 ein Rekorddefizit im Handel mit China verzeichnet. Die Einfuhren überstiegen die Ausfuhren um 10,9 Milliarden Euro.
Die Volksrepublik führt die deutsche Importliste seither durchgehend an. Auch im Januar 2024, als die Importe zwischenzeitlich zurückgingen, blieb China das wichtigste Herkunftsland.
Die Einfuhren zogen zuletzt wieder an und erreichten im vergangenen Monat den zweithöchsten Wert jemals.
Im August verkauften deutsche Unternehmen 4,7 Prozent mehr Waren nach China als im Juli. Über das bisherige Jahr betrachtet gingen die deutschen Ausfuhren nach China jedoch um 12,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurück. 2019 hatte das monatliche Handelsdefizit zeitweise noch unter einer Milliarde Euro gelegen.
Die Bundesregierung und die EU begründeten die Entwicklung zuletzt mit unfairen Handelspraktiken Chinas. Sie verwiesen auf Überkapazitäten, marktverzerrende Subventionen und einen ungleichen Zugang zu Handelsplätzen.
Nach ihrem Vorschlag könnte der europäische Markt für Drittstaaten vollständig gesperrt werden, wenn diese faire Wettbewerbsbedingungen verhinderten und den Binnenmarkt schwer verzerrten.
China nannten Merz und Macron in dem Brief nicht. Die angedrohte Marktsperre könne dabei helfen, Zugeständnisse zu erreichen.
Der Druck zeigt sich auch außerhalb des bilateralen Handels. Deutsche Autohersteller, Maschinenbauer und Chemiekonzerne konkurrieren auf anderen Märkten mit chinesischen Unternehmen. Hohe US-Zölle verschärften diese Entwicklung, weil Waren, die zuvor für den US-Markt bestimmt gewesen seien, nun in Europa und anderen Regionen mit deutschen Exporten konkurrierten.
Die Bundesregierung hob trotz des Drucks ihre Wirtschaftsprognose für dieses Jahr an und verwies dabei unter anderem auf positive Impulse aus dem Exportgeschäft. Volkswagen, BASF und andere Konzerne erweitern dort teilweise massiv ihre Werke und produzieren verstärkt vor Ort für den chinesischen Markt. Diese Waren erscheinen nicht in der deutschen Außenhandelsbilanz.
Nach Angaben des Instituts der Deutschen Wirtschaft investierten deutsche Unternehmen im ersten Halbjahr dieses Jahres 5,6 Milliarden Euro in China. Das Institut habe den Wert als ähnlich hoch wie im Vorjahreszeitraum bezeichnet und geschrieben, den Firmen bleibe für einen Verbleib auf dem chinesischen Markt kaum eine andere Wahl.
Kurz zusammengefasst
- Im August 2026 überstiegen Deutschlands China-Importe die Exporte um 10,9 Milliarden Euro – ein Rekorddefizit
- China führt Deutschlands Importliste durchgehend an; die Einfuhren erreichten zuletzt den zweithöchsten Wert aller Zeiten
- Deutsche Ausfuhren nach China sanken im Jahresvergleich um 12,9 Prozent, während Firmen 5,6 Milliarden Euro investierten
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