In der Romandie üben Armee, Zivilschutz und internationale Helfer diese Woche erstmals auf Schweizer Boden den Einsatz nach einem schweren Erdbeben. Das fiktive Szenario geht von einem Beben der Magnitude 6,5 aus, das in den Kantonen Genf, Waadt und Freiburg sehr grosse Schäden verursacht, berichtete die Luzerner Zeitung.
Dabei stürzen Häuser ein, Rohre brechen, Asphalt reisst und Strommasten knicken. Die Schweizer Behörden kommen im Szenario rasch an ihre Kapazitätsgrenzen. Der Bundesrat beantragt deshalb internationale Hilfe über den europäischen Katastrophenschutzmechanismus, woraufhin die Europäische Union Einsatzkräfte aus mehreren Ländern mobilisiert.
In Payerne versuchen Einsatzkräfte zugleich, den beschädigten Militärflugplatz wieder betriebsfähig zu machen.
Ein Vorteil seien die kleine, kompakte Landesstruktur und die kurzen Kommunikationswege. Personen, die in der Katastrophenbewältigung tätig seien, kennten einander in der Regel.
Gleichzeitig gebe es noch kein fertiges Vorgehen, nach dem im Ernstfall gearbeitet werden könne. Vieles müsste Haslinger zufolge spontan entschieden und organisiert werden.
Die Übung soll vor allem Logistik und Organisation erproben. Alle zuständigen Akteure müssten wissen, was zu tun sei, sagt Haslinger; auch die administrativen Abläufe müssten geregelt sein.
Nach Angaben des Bundesamts für Bevölkerungsschutz nehmen insgesamt 500 Personen an der Übung teil. Mehr als die Hälfte kommt aus dem Ausland. Die Schweizer Behörden streben demnach eine Beteiligung am europäischen Katastrophenschutzmechanismus an, der Prävention, Vorbereitung und Bewältigung von Naturkatastrophen und von menschgemachten Katastrophen durch gegenseitige Unterstützung verbessern soll.
Anfang des Jahres konnten dank des Mechanismus 35 Brandopfer aus Crans-Montana in ausländische Spezialkliniken verlegt werden.
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