Eine längere Schulbildung schützt das Gehirn offenbar auch noch Jahrzehnte später vor Demenz. Das berichtete die WELT über eine Studie von Forschern aus den USA. Dass Menschen mit längerer Bildung seltener an Demenzen erkranken, ist seit Jahren bekannt. Bislang sei jedoch nicht geklärt gewesen, ob die Bildung selbst schützt oder die sozioökonomische Herkunft.
Sie nutzten Daten nach einer Reform der Schulpflicht in Großbritannien, die 1972 in Kraft trat. Geburtstag die Schule besuchen, und zwar über alle sozialen Klassen hinweg. So entstanden zwei große Bevölkerungskohorten, die sich fast nur durch die Länge ihrer Schulzeit unterschieden.
Lebensjahr. Ausgewertet wurden Krankenhausberichte, Todesregister und Selbstangaben zur medizinischen Vorgeschichte aus dem UK-Biobank-Projekt. Demnach senkte zusätzliche Bildung das Risiko für Alzheimer und verwandte Demenzen. Auch bei Personen mit den höchsten genetischen Risikofaktoren verringerte eine längere Schulzeit die Häufigkeit von Demenz.
Hauptautorin Silvia Barcellos, Gesundheitsökonomin an der University of Wisconsin-Madison, sagte, man habe die Schulreform genutzt, um den Effekt sauber von vielen anderen Faktoren zu trennen. Co-Autor Leandro Carvalho von der University of California bezeichnete die Ergebnisse für Menschen mit einem höheren genetischen Risiko als hoffnungsvoll. Veränderbare Erfahrungen und Umstände könnten ebenfalls beeinflussen, ob eine vererbte Anfälligkeit tatsächlich zu einer Krankheit werde, deuteten die Ergebnisse an. Wie genau die längere Schulzeit das Demenzrisiko senkt, sei noch unklar. Eine bessere Bildung gehe mit besseren Karrierechancen und höherem Einkommen einher, öffne Türen zu kognitiv anregenderen Tätigkeiten und könne die sozialen Umstände verändern. In der untersuchten Kohorte stieg mit der längeren Schulzeit das spätere Haushaltseinkommen, während Schlaganfälle und Herzinfarkte seltener wurden. Auch wie stark der Schutzeffekt quantitativ ist, bleibe unklar.
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