Die Vereinigten Staaten haben am Montag (2. November) die iranische Insel Qeshm angegriffen, wie das Wall Street Journal berichtete. Die Zeitung berief sich auf nicht namentlich genannte US-Beamte. Zeitgleich signalisierte US-Präsident Donald Trump Fortschritte bei den Verhandlungen mit Teheran, um den achtmonatigen Konflikt zu beenden.
Nach Darstellung des Blattes ist der Angriff auf Qeshm, die größte Insel in der Straße von Hormus, der jüngste einer Reihe begrenzter Schläge, die Washington in den vergangenen Wochen heimlich gegen Iran durchgeführt habe. Die USA führen seit mehreren Wochen Angriffe in kleinerem Umfang gegen Iran durch, schrieb das Journal. Einige Beamte beschrieben die Angriffe als defensiv. Sie sollten verhindern, dass Iran die Freiheit habe, kommerzielle Schiffe in der Straße von Hormus anzugreifen. Die Meerenge ist ein zentraler Transportweg für Öllieferungen und seit Beginn des Krieges Ende Februar weitgehend blockiert.
Die staatliche iranische Nachrichtenagentur IRNA meldete, auf der Insel seien fünf Explosionen in rascher Folge zu hören gewesen. Einige Bewohner hätten zwei Flugzeuge am Himmel über der Insel gesehen. Das Pentagon verwies Fragen zu den gemeldeten Angriffen an das US Central Command. Dieses hatte auf eine Anfrage der Nachrichtenagentur AFP am späten Montag zunächst nicht reagiert.
Die USA haben die Angriffe nach Angaben des Journals nicht öffentlich bekanntgegeben, um nicht zu signalisieren, dass sie größere Kampfhandlungen wieder aufnehmen wollen. Am Montag, am Vorabend der Zwischenwahlen in den Vereinigten Staaten, sagte Trump, ein Abkommen mit Teheran könne zustande kommen.
Die Ölpreise waren durch Irans Blockade des Energiekorridors in der Straße von Hormus stark gestiegen. Am Montag fielen sie um mehr als sieben Prozent. Als Grund galt der Optimismus über ein mögliches Ende des Konflikts.
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