In Südafrika sind am Donnerstag Proteste gegen Migranten in Gewalt umgeschlagen. Auslöser war ein Gerichtsurteil, das die Regierung zur Wiederaufnahme der Bearbeitung von Asylanträgen verpflichtet. Die DW Africa berichtete unter Berufung auf lokale Medien von Unruhen in Durban und im Township Soweto in Johannesburg.
In Durban hätten sich die Proteste gegen ein Flüchtlingszentrum gerichtet, das weiterhin Asylanträge bearbeite. Rund zehn Fahrzeuge seien umgestürzt und angezündet worden. Außerdem seien Geschäfte in ausländischem Besitz geplündert worden.
In Soweto seien Anwohner mit ausländischen Ladenbesitzern zusammengestoßen, berichtete der Sender Newzroom Afrika. Dabei seien Schüsse gehört worden. Der Sprecher der Johannesburger Stadtpolizei, Superintendent Xolani Fihla, sagte dem Fernsehsender SABC, mindestens neun Fahrzeuge seien in Brand gesetzt worden. Er sagte, es sei von Zusammenstößen zwischen ausländischen und südafrikanischen Staatsangehörigen berichtet worden. Verletzte seien nach seiner Kenntnis bislang nicht gemeldet worden.
Das Gericht erklärte bestimmte Bestimmungen der Flüchtlingspolitik der Regierung für verfassungswidrig. Sie hätten Menschen aus verfahrensrechtlichen Gründen den Zugang zum Asylsystem verwehrt, etwa weil sie illegal in das Land eingereist seien.
Das Urteil habe zuletzt dazu geführt, dass sich Hunderte Menschen an staatlichen Flüchtlingszentren eingefunden hätten. Unter ihnen seien Berichten zufolge auch Menschen gewesen, die keinen Anspruch auf Asyl hätten. Die Regierung betonte am Mittwoch, das Urteil verleihe niemandem, der nach Südafrika einreise, automatisch den Flüchtlingsstatus oder ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht.
Südafrika erlebt in diesem Jahr seit Monaten Proteste gegen Migranten. Populistische und einwanderungsfeindliche Gruppen hätten gefordert, dass Menschen ohne gültigen Aufenthaltsstatus das Land bis zum 30. Juni verlassen.
Unter internationaler Kritik seien Zehntausende Menschen aus Südafrika geflohen. Einige seien von ihren Regierungen zurückgeführt worden. Obwohl ein Drittel der Bevölkerung arbeitslos ist, gilt Südafrika als größte Volkswirtschaft Afrikas und zieht weiterhin Migranten an.
Migranten würden häufig dafür verantwortlich gemacht, Arbeitsplätze wegzunehmen, Kriminalität zu fördern und öffentliche Dienstleistungen zu belasten. Sozialwissenschaftler hätten jedoch erklärt, dass diese Vorwürfe nicht durch Belege gestützt würden.
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