Auf Mauritius hat die Polizei eine nächtliche Ausgangssperre verhängt, nachdem Proteste wegen Wasserknappheit und hoher Lebenshaltungskosten in schwere Unruhen umgeschlagen sind. Es handle sich um die schlimmsten Ausschreitungen auf der Insel im Indischen Ozean seit Jahrzehnten, berichtete BBC Africa.
Die zunächst friedlichen Proteste hatten vor einer Woche begonnen. Am Ende der Woche sei eine Frau an einer Straßensperre von der Polizei angeschossen und verletzt worden. Die Umstände des Vorfalls seien nicht geklärt. Der beteiligte Polizist sei festgenommen worden und befinde sich in Untersuchungshaft.
Premierminister Navin Ramgoolam ordnete die Ausgangssperre zu Wochenbeginn an. In einer Ansprache an die Bevölkerung warnte er vor Menschen, die gegen die Interessen des Landes handelten.
Die Protestierenden verbrannten Reifen und blockierten Straßen. Polizeistationen und andere öffentliche Einrichtungen wurden beschädigt. Wegen der Unruhen wurden Schulen geschlossen und der öffentliche Verkehr eingestellt. Ausländische Botschaften warnten ihre Staatsangehörigen, vorsichtig zu sein.
Trotz der Ausgangssperre habe es über Nacht mehrere Vorfälle und einige Festnahmen gegeben, teilte die Polizei mit. Am Mittwochmorgen habe sich der Verkehr nach Angaben der Polizei wieder über die gesamte Insel bewegt. Die Bevölkerung solle ihre normalen Aktivitäten wieder aufnehmen.
Die Regierung habe auf die anfänglichen Proteste wegen der Wasserknappheit zunächst mit zusätzlichen Wasserlieferungen für Haushalte reagiert, sagte die Analystin Zoë McCathie vom südafrikanischen Unternehmen Signal Risk der BBC-Sendung Newsday. Die Eskalation stelle eine ungewöhnliche Situation für die Sicherheitslage des Landes dar, weil die Regierung Schulen geschlossen und eine Ausgangssperre verhängt habe.
Proteste in diesem Ausmaß habe es nach ihrer Einschätzung seit etwa 1999 nicht mehr gegeben. Die Reaktion der Regierung sei deshalb logisch und notwendig. Zwar habe die Regierung den schlimmsten Teil der Unruhen eindämmen können, doch könnten Proteste in einigen Gebieten zurückkehren. Die Wasserknappheit werde voraussichtlich bis zur Regenzeit im Dezember anhalten.
Das Kabinett soll am Mittwochnachmittag zusammenkommen, um die Lage neu zu bewerten und über die nächsten Schritte zu entscheiden.
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