Ein 14-Jähriger hat am Montag (12. Oktober) an der Joseph-Lakanal-Mittelschule in Aubagne nahe Marseille mit einem Jagdgewehr auf den Schulleiter und einen Lehrer geschossen. Beide wurden verletzt. Ein Mitarbeiter entwaffnete den Jugendlichen, berichtete CNA World.
Der Schulleiter und der Lehrer seien nach Angaben der Behörden nicht in kritischem Zustand. Eine dritte Person sei durch Schüsse gestreift worden, teilte die Polizei mit. Der Jugendliche habe mindestens viermal geschossen, auch in ein Klassenzimmer mit Lehrkräften und Schülern.
Der 14-Jährige sei mit einer Tasche gekommen, die wie ein Gitarrenkoffer ausgesehen habe, sagte die stellvertretende Staatsanwältin von Marseille, Audrey Jouaneton. Daraus habe er ein langes Gewehr genommen. Nach Angaben des Präfekten Jacques Witkowski sei der Schulleiter von mehreren Schrotkugeln an den Oberschenkeln und im unteren Rücken getroffen worden. Der zweite Lehrer sei durch Schrot im Oberschenkel verletzt worden.
Eine Schülerin namens Sarah sagte der AFP, sie habe während ihres Spanischunterrichts den Feueralarm gehört. Auf dem Gang seien sie und ihre Mitschüler dem Schützen begegnet. Der Jugendliche habe auf die Lehrkräfte gezielt und erklärt, er sei nicht wegen der Schüler gekommen.
Die Behörden sehen nach eigenen Angaben keinen erkennbaren Zusammenhang mit den Schülerprotesten, die Frankreich in den vergangenen Wochen erschüttert hätten. Die Schule sei davon nicht betroffen gewesen, teilte die Polizei der AFP mit. Witkowski sagte zudem, der Jugendliche sei bislang weder wegen Delikten noch wegen Radikalisierung aufgefallen.
Wegen des Verdachts des versuchten Mordes wurde eine Untersuchung eingeleitet. Innenminister Laurent Nunez, der den Tatort besuchte, teilte mit, die Eltern des Jugendlichen seien in Gewahrsam genommen worden. Die Ermittler versuchten zu klären, wie der Junge an das Gewehr gelangt sei, sagte Nunez.
Präsident Emmanuel Macron würdigte auf X die schnelle Reaktion des Schulpersonals. Bildungsminister Edouard Geffray forderte Maßnahmen gegen solche Gewalt. An einigen französischen Schulen wurden nach mehreren gewaltsamen Vorfällen in den vergangenen Monaten beim Betreten Taschen kontrolliert. Im Februar soll ein 14-Jähriger in Südfrankreich eine Kunstlehrerin mindestens dreimal niedergestochen haben. Im Juni des vergangenen Jahres soll ein 14-jähriger Schüler im Osten Frankreichs eine pädagogische Mitarbeiterin tödlich verletzt haben. Im April des vergangenen Jahres habe ein Schüler in mehreren Klassenzimmern auf Schüler eingestochen und ein Mädchen sowie drei weitere Schüler verletzt.
Kommentare (0)