Deutschland hat zwei türkische Staatsbürger festgenommen, die im Verdacht stehen, eine Starlink-Station in der polnischen Region Masowien in Brand gesetzt zu haben. Das teilte der polnische Ministerpräsident Donald Tusk mit, wie Arab News berichtete. Tusk bezeichnete den Brand als weiteren Akt hybrider Kriegsführung und erklärte, die beiden Verdächtigen würden sich vor der polnischen Justiz verantworten.
Polens Innenminister Marcin Kierwinski bestätigte die Festnahmen. Sie seien durch die Zusammenarbeit der polnischen Polizei, der polnischen Agentur für innere Sicherheit ABW und deutscher Dienste möglich geworden. Den beiden werde Sabotage sowie Spionage im Auftrag eines ausländischen Nachrichtendienstes vorgeworfen.
Die Station gehört dem staatlichen Telekommunikationsunternehmen Exatel. Nach Angaben des Digitalministers Krzysztof Gawkowski wird sie unter anderem dazu genutzt, Internetverkehr durch Polen zu übertragen, auch in die Ukraine. Zudem werde sie von SpaceX-Systemen für die Verbindung über Starlink-Terminals genutzt.
Der Brand ereignete sich in der Nacht Ende September. Die Station blieb nach dem Feuer in Betrieb. Gawkowski sagte am folgenden Tag dem öffentlich-rechtlichen Sender TVP Info, die Sabotage sei gezielt darauf ausgelegt gewesen, die Station außer Betrieb zu setzen und dadurch den Internetzugang verschiedener Einrichtungen, darunter der ukrainischen Armee, zu stören.
Polen hat Russland seit dem Beginn des umfassenden Einmarschs in die Ukraine im Jahr 2022 mehrfach Sabotage vorgeworfen. Das Land ist zudem ein wichtiger Umschlagplatz für westliche militärische und humanitäre Unterstützung für Kyjiw. Tusk hatte im vergangenen Monat erklärt, Russlands Pläne im Krieg gegen die Ukraine umfassten hybride Drohnen- und Raketenangriffe gegen Verbündete Kyjiws.
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