Die US-Bundesanwaltschaft hat den saudischen Staatsangehörigen Abdulrahman Alfozan wegen eines mutmaßlich in einem OpenAI-Büro in San Francisco installierten Aufnahmegeräts angeklagt. Der als Ingenieur bei dem KI-Unternehmen beschäftigte Mann soll ein elektronisches Gerät zum Abfangen mündlicher Kommunikation eingesetzt oder dies versucht haben, berichtete die BBC.
OpenAI habe in einem Konferenzraum für Führungskräfte ein „hochentwickeltes Aufnahmegerät“ entdeckt und das FBI eingeschaltet. Das Gerät sei in Toilettenpapier eingewickelt und in einen USB-Anschluss auf der Rückseite eines Fernsehers eingesetzt gewesen. Es sei verschlüsselt gewesen.
Nach Angaben von OpenAI hätten Beschäftigte das Gerät am 30. September entdeckt. Die Entdeckung sei zwei Tage nach seiner mutmaßlichen Installation erfolgt. Mithilfe eigener KI-Modelle habe das Unternehmen den Ursprung des Geräts nachvollzogen und einen bestimmten Mitarbeiter als mutmaßlichen Urheber identifiziert. OpenAI erklärte, es gebe keine Hinweise darauf, dass Quellcode, Modellgewichte oder Kundendaten unrechtmäßig eingesehen oder entwendet worden seien. Alfozan sei entlassen worden.
FBI-Direktor Kash Patel erklärte laut der Anklageschrift, Alfozan habe das Aufnahmegerät mutmaßlich in einem Konferenzraum seines Arbeitgebers verborgen, um vertrauliche Gespräche aufzuzeichnen. Das angebliche Ziel sei gewesen, Informationen über ein KI-Produkt des Unternehmens zu erhalten.
Alfozan arbeitet laut Staatsanwaltschaft seit Juli 2025 als Ingenieur bei OpenAI. Er soll ein Produktivitätstool und einen Chatbot genutzt haben, um sensible Orte im Unternehmen sowie das heimliche Anbringen von Audiotechnik zu recherchieren. Dabei habe er unter anderem nach dem Bau, der Anpassung, der Installation, dem Testen, der Verschleierung und dem Fernzugriff auf ein Aufnahmegerät gesucht. Außerdem soll er sich über einen dauerhaft aufzeichnenden Audiorekorder, WLAN-Verbindungen, verbesserte Audio- und Live-Wiedergabe sowie die Verschlüsselung einer SD-Karte informiert haben.
Am 5. Oktober soll Alfozan in den Raum zurückgekehrt sein, um das Gerät zu überprüfen. Am selben Tag habe er in einem anderen Gebäudeteil eine Tasche unbeaufsichtigt zurückgelassen. Ein Sicherheitsteam von OpenAI habe darin seinen Geldbeutel und Ausweis sowie ein weiteres Aufnahmegerät gefunden, das dem im Konferenzraum entdeckten Gerät ähnlich gewesen sei.
Im Fall einer Verurteilung drohen Alfozan bis zu fünf Jahre Haft und eine Geldstrafe von 250.000 Dollar (187.000 Pfund). Es gilt die Unschuldsvermutung.
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