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Leijdekkers soll Sierra Leone zum Narco-Staat gemacht haben

Eine Untersuchung von The Guardian Africa beschreibt ein kriminelles Netzwerk um den niederländischen Kokainhändler Jos Leijdekkers. Es soll Sierra Leone unterwandert und große Mengen Kokain nach Europa geschleust haben.

Leijdekkers soll Sierra Leone zum Narco-Staat gemacht habenSymbolbild
Foto: MART PRODUCTION · Pexels

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Untersuchung beschreibt Jos Leijdekkers als zentrale Figur eines Netzwerks, das Sierra Leone zum Narco-Staat gemacht haben soll
  • Binnen einer Woche wurden in Freetown neun Menschen entführt; Polizeiquellen berichten von zerstückelten Opfern und mindestens einer Enthauptung
  • Spanische Ermittler beschlagnahmten auf der Arconian 30 bis 45 Tonnen Kokain, laut ihnen die größte jemals beschlagnahmte Menge

Eine Untersuchung von The Guardian Africa beschreibt den niederländischen Kokainhändler Jos Leijdekkers als zentrale Figur eines kriminellen Netzwerks, das Sierra Leone unterwandert haben soll. Geheimdienstquellen bestätigten demnach, Leijdekkers habe das Land in einen Narco-Staat verwandelt. Ein westlicher Beamter sprach von einer Übernahme staatlicher Strukturen durch ein kriminelles Netzwerk in einem bislang nicht gesehenen Ausmaß.

Am 23. Oktober 2025 sei Alan Jalloh, 40, in Freetown gemeinsam mit zwei Freunden entführt worden. Zeugen hätten beobachtet, wie kräftige weiße Männer die drei vor einem Supermarkt in einen schwarzen Toyota Rav4 gezerrt hätten. Einer der Männer sei ein bekannter Fußballspieler aus Freetown gewesen. Keiner der drei sei seitdem gesehen worden.

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Zwei Tage später seien drei weitere Männer verschwunden. Innerhalb einer Woche seien neun Menschen von den Straßen der Hauptstadt entführt worden, die meisten am helllichten Tag. Polizeiquellen hätten berichtet, die Opfer seien zerstückelt worden; mindestens eines sei enthauptet worden. Ein an den Ermittlungen zu Jallohs Entführung beteiligter Beamter sagte, die Männer seien beseitigt worden, um die Wahrheit zu verbergen.

Fünf Monate nach Jallohs Verschwinden verließ das Frachtschiff Arconian Freetown. Am 1. Mai enterten spanische Zivilgardisten das Schiff rund 100 Seemeilen vor der marokkanischen Küste. Sie nahmen eine 23-köpfige philippinische Besatzung und sechs bewaffnete Männer fest, die im Schiffsrumpf Kokain bewachten. Die Beamten fanden 1.279 in Plastik verpackte Ballen mit einer Gesamtmenge zwischen 30 und 45 Tonnen. Nach Angaben der Ermittler war dies die größte jemals beschlagnahmte Kokainmenge.

Der spanische Beamte Lucas Fernández berichtete, die bewaffneten Männer hätten zunächst geglaubt, eine andere Organisation wolle die Drogen stehlen. Die Situation sei äußerst angespannt gewesen. Die Männer hätten den Befehl gehabt, jeden zu töten, der die Lieferung von Leijdekkers bedrohe, so die Ermittler.

17 Tage nach der Beschlagnahmung trat Sierra Leones Präsident Julius Maada Bio an der Universität Oxford auf. Bio ist Vorsitzender der Ecowas, der Wirtschaftsunion westafrikanischer Staaten, und zählt laut dem Bericht zu den einflussreichsten afrikanischen Stimmen bei den Vereinten Nationen. Die Europäische Union sehe ihn als einen ihrer verlässlichsten Verbündeten in Afrika.

Leijdekkers ist mit Agnes Bio, der Tochter des Präsidenten, verheiratet. Geheimdienste hätten ihn 2024 in Sierra Leone aufgespürt, nachdem er dort ein Kokainimperium aufgebaut habe. Er habe enge Beziehungen zu einflussreichen Personen geknüpft, mit hochrangigen Vertretern gefeiert und einen Diplomatenpass erhalten. Auch der für die Untersuchung von Kokainhändlern zuständige Beamte sei zu seinem Trinkpartner geworden.

Geheimdienstquellen schätzten Leijdekkers’ monatlichen Gewinn auf 150 Millionen Dollar beziehungsweise 113 Millionen Pfund. Hunderte Menschen, darunter ranghohe Militär- und Polizeivertreter, hätten auf seiner Gehaltsliste gestanden. Besonders wichtig sei für ihn der Hafen Queen Elizabeth II Quay in Freetown gewesen, der zwischen Südamerika und den europäischen Absatzmärkten liegt.

Im August 2023 wurde Yankuba Bio, der Onkel von Leijdekkers’ Ehefrau, zum Leiter des Hafens. Er bestreitet eine enge Beziehung zu einer Person namens Jos Leijdekkers. Angaben zufolge hätten Hafenmitarbeiter auf Leijdekkers’ Gehaltsliste 2.000 Dollar im Monat erhalten. Yankuba Bio wies auch Berichte zurück, wonach der Hafen den Export von Kokain ermögliche.

Die Niederlande ersuchten Sierra Leone im Januar 2025 um die Auslieferung des Gesuchten. Leijdekkers war in Abwesenheit wegen mehrerer Delikte, darunter versuchten Mordes, zu mehr als 100 Jahren Haft verurteilt worden. Sierra Leone habe erklärt, den Mann nicht zu kennen.

Am 18. April lief die Arconian in Freetown ein. In den folgenden vier Tagen seien nach Angaben westlicher Geheimdienste etwa 30 Tonnen Kokain an Bord gebracht worden. Der Wert der Ladung wurde mit 812 Millionen Euro beziehungsweise 687 Millionen Pfund angegeben. Ein Vertreter der Vereinten Nationen sagte, eine solche Menge könne nicht verborgen werden und deute darauf hin, dass der Schmuggel offen betrieben worden sei.

Mindestens 14 Menschen seien in Sierra Leone auf Anweisung Leijdekkers’ getötet worden. Ein Geheimdienstmitarbeiter sagte, Leijdekkers beseitige jeden, der sich ihm in den Weg stelle.

Die Ermittler führen das Netzwerk auch für Gewalt in Europa verantwortlich. Im vergangenen Monat seien Dutzende bewaffnete Männer in ein niederländisches Dorf gekommen, um Vergeltung zu üben. Ein europäischer Polizeibeamter sagte, Kokainkonflikte habe es schon früher gegeben, aber nichts Vergleichbares.

Der erste dokumentierte Aufenthalt Leijdekkers’ in Westafrika datiert laut der Untersuchung vom Oktober 2022. Damals sei ein Konvoi aus sechs Fahrzeugen durch Freetown gefahren. Die Polizei habe den Zug bis zu einem Haus am Wasser verfolgt und dort eigene Vorgesetzte unter den Gästen entdeckt. Leijdekkers war zu diesem Zeitpunkt von westlichen Geheimdiensten gesucht worden, nachdem er in den Niederlanden Kontakte für transatlantische Kokainlieferungen aufgebaut hatte.

Nach Einschätzung der Geheimdienste überschwemmte sein Netzwerk den europäischen Markt wiederholt mit Lieferungen und drückte den Großhandelspreis für Kokain auf ein Rekordtief. Ein niederländischer Beamter warnte, das gesamte westafrikanische Gebiet sei gefährdet.

Es gilt die Unschuldsvermutung.

Dieser Beitrag wurde automatisiert auf Grundlage externer Nachrichtenquellen und unter Einsatz künstlicher Intelligenz erstellt. So arbeiten wir

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