Vor der Veröffentlichung seines Weltwirtschaftsausblicks in Bangkok erwartet der Internationale Währungsfonds ein Wachstum in Subsahara-Afrika von mehr als vier Prozent. Hinter dieser Prognose verschärft sich jedoch der Streit über die Schuldenlast, Sparmaßnahmen und die Belastung für die Bevölkerung, berichtete Africanews.
In einigen afrikanischen Ländern beanspruche der Schuldendienst inzwischen zwischen 30 und 50 Prozent der Steuereinnahmen. Dadurch stehe weniger Geld für Krankenhäuser, Straßen und Schulen zur Verfügung, während Milliardenbeträge an ausländische Gläubiger flössen.
Der IWF empfehle weiterhin, die Steuerbasis zu verbreitern, nicht budgetierte Subventionen zu kürzen und finanzielle Reserven wieder aufzubauen. In Kenia hätten Steuererhöhungen tödliche Proteste ausgelöst. In Nigeria hätten die Abwertung der Währung und Kürzungen von Subventionen zu stark steigenden Lebensmittelpreisen und landesweiten Streiks beigetragen. Von Ghana bis nach Nordafrika hätten Subventionskürzungen Haushalte an den Rand ihrer Belastbarkeit gebracht.
Afrikanische Finanzminister verlangten nach Angaben von Africanews von der G20 und multilateralen Kreditgebern eine verbindliche Frist von sechs Monaten für Umschuldungen im Rahmen des Common Frameworks. Außerdem forderten sie die Aussetzung von Aufschlägen auf IWF-Kredite und eine spürbare Entlastung beim Schuldendienst, ohne weitere Sparauflagen.
Die Kreditgeber hielten finanzielle Disziplin für notwendig, um das Vertrauen der Märkte wiederherzustellen. Die afrikanischen Minister warnten dagegen, ohne weitreichende Schuldenerleichterungen könnten Regierungen ihre Bürger weiter in Bedrängnis bringen und zusätzliche Unruhen auslösen.
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