Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) kritisiert das von ÖVP und NEOS forcierte Zukunftsdepot als Vorteil für wohlhabende Familien. Nach einer vom ÖGB veröffentlichten Analyse könne ein Kind aus einem wohlhabenden Elternhaus dadurch 24.000 Euro an Steuerersparnis erhalten, während die Ersparnis für ein Kind ohne elterliche Zuzahlungen bei 300 Euro liege, berichtete ORF News.
Das Zukunftsdepot soll Eltern ermöglichen, für ihre Kinder steuerfrei Geld anzulegen. Geplant ist außerdem ein Startguthaben von 500 Euro. Dafür sind in den kommenden beiden Jahren jeweils 40 Millionen Euro budgetiert.
Einzahlungen sollen ab der Geburt möglich sein. Das Geld dürfte erst ab dem 18. Geburtstag entnommen werden. Bis zur Volljährigkeit wären weder Kapitalertragsteuer noch Kontoführungsgebühren fällig. Pro Jahr könnten bis zu 5.000 Euro eingezahlt werden.
Bei einem Wertzuwachs von 6,7 Prozent jährlich würden deren Kinder nach dem vom Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) beworbenen Beispiel mit mehr als 24.000 Euro gefördert. Das wäre laut Gewerkschaft fast 80-mal so viel wie die 300 Euro Ersparnis für Kinder, die lediglich den Startbonus erhielten.
Mittelfristig könne das Modell je nach Berechnung zu einem Steuerverlust von mehr als einer halben Milliarde Euro führen, heißt es in der Analyse. Der ÖGB schlägt deshalb eine jährliche Sparprämie von 50 Euro für jedes minderjährige Kind vor, unabhängig davon, ob Eltern zusätzlich Geld einzahlen.
Bei einem Wertzuwachs von 6,7 Prozent würden damit alle Kinder rund 900 Euro erhalten, argumentiert die Gewerkschaft. Die Förderung würde nach ihrem Modell unabhängig von Einkommen und Vermögen der Eltern gleich hoch ausfallen.
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