Ausfälle beim Satellitendienst Starlink haben nach Angaben von t-online den Einsatz ukrainischer Drohnen beeinträchtigt. Die Terminals hätten weiterhin Internet empfangen, aber Steuerbefehle seien verspätet oder gar nicht angekommen. Dadurch seien Videobilder nicht ständig aktualisiert worden, Drohnen hätten sich ab einer bestimmten Geschwindigkeit nicht mehr in Echtzeit steuern lassen.
Die Ausfälle hätten zehn bis 20 Sekunden gedauert. Bewegliche Ziele seien dadurch schwieriger abzufangen gewesen, die Gefechtsfeldführung sei gestört worden. Zudem seien Zusatzfunktionen des militärischen Starshield-Dienstes deaktiviert gewesen. Einige Einsätze seien deshalb gescheitert oder abgebrochen worden.
Eine offizielle Bestätigung dafür, dass die US-Regierung den Zugang der Ukraine zeitweise eingeschränkt habe, gibt es laut dem Bericht nicht. Inzwischen hätten sich die Probleme entschärft.
Die EU arbeitet an einem eigenen Satellitennetz mit dem Namen Iris². Das Programm soll von europäischen Unternehmen getragen werden und sicherheitspolitische Anforderungen der gesamten EU berücksichtigen. Beteiligt sind neben Eutelsat das spanisch kontrollierte Hispasat und der Satellitenbetreiber SES, an dem der luxemburgische Staat Ankeraktionär ist.
Bereits mit OneWeb verfügt Eutelsat über ein Netz aus 648 Satelliten in rund 1.200 Kilometern Höhe. Kunden sind unter anderem Schifffahrtsunternehmen, Ölplattformen, abgelegene Industriestandorte und Verteidigungsbehörden. Taiwan beauftragte Eutelsat 2024 damit, seine Telekommunikationsinfrastruktur zu stärken.
Die EU beschloss 2024, eine breiter aufgestellte Lösung mit mehreren europäisch geprägten Unternehmen zu schaffen. Im August unterzeichneten die EU-Kommission und das SpaceRISE-Konsortium ein Abkommen zur Ausweitung und Umsetzung des Programms. Die Satelliten sollen 2029 im All sein.
Der ursprüngliche Vertrag vom Dezember 2024 sah 290 Satelliten und Kosten von 10,55 Milliarden Euro vor. Die Industriepartner wollen bis zu 4 Milliarden Euro beitragen.
Der deutsche Raumfahrtkonzern OHB erhielt für Iris² einen Auftrag über knapp 1 Milliarde Euro zum Bau von 18 Satellitenplattformen. Gemeinsam mit Rheinmetall Digital bewirbt sich OHB außerdem um einen möglichen Auftrag der Bundeswehr im Wert von bis zu zehn Milliarden Euro für Satellitenkommunikation. Das geplante deutsche System soll nach den bisher bekannten Informationen nur Satelliten in niedrigen Umlaufbahnen nutzen.
Iris² setzt dagegen auf mehrere Umlaufbahnen. Das Konzept soll kurze Übertragungswege mit einer größeren Flächenabdeckung und einer höheren Ausfallsicherheit verbinden. Die technische Umsetzung ist dadurch anspruchsvoller.
Auch China baut mit Qianfan, auf Deutsch „Tausend Segel“, eine Alternative zu Starlink auf. 256 chinesische Satelliten für Breitbandinternet befinden sich bereits im All und versorgen auch Kunden in Brasilien. Die Zahl soll auf bis zu 15.000 steigen. Starlink strebt diese Zahl bis 2031 an.
Qianfan und Iris² sollen neben staatlichen und militärischen Nutzern auch kommerzielle Kunden erreichen. Dafür sind nationale Lizenzen, lokale Partnerschaften sowie Vertriebs- und Infrastrukturangebote erforderlich. In Indien fehlen Starlink trotz vierjähriger Gespräche weiterhin Genehmigungen. Dort werden neben politischen auch Sicherheitsbedenken gegen den Dienst angeführt.
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