Im Gazastreifen sind 75 Palästinenser in einer Massenbeisetzung bestattet worden. Ihre Überreste waren in jüngster Zeit unter den Trümmern von Häusern und Gebäuden gefunden worden, die in den Monaten seit Beginn des israelischen Krieges im Oktober 2023 zerstört worden waren. Das gab das Gesundheitsministerium bekannt, wie Al Jazeera English berichtete.
Hunderte Menschen nahmen an dem Trauerzug teil. Danach wurden die Toten auf dem Scheich-Radwan-Friedhof beigesetzt. Die meisten Opfer kamen aus dem Viertel Daraj im nordöstlichen Teil von Gaza-Stadt.
Die Al-Jazeera-Korrespondentin Nour Khaled sagte, der größte Teil der Überreste stamme von Frauen und Kindern. Diese hätten sich in ihren Häusern befunden, als sie angegriffen worden seien. Vor der Beisetzung waren sie in palästinensische Flaggen gehüllt.
Abdullah al-Madschdalawi, Leiter der Öffentlichkeits- und Medienarbeit des Zivilschutzes im Gazastreifen, sagte der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu, die Überreste seien in den vergangenen Wochen aus mehreren zerstörten Häusern in Daraj geborgen worden. Die Gebäude seien in den ersten Monaten des Krieges bombardiert worden, während sich Bewohner darin aufgehalten hätten. Die Opfer gehörten etwa 20 palästinensischen Familien an, darunter auch Menschen, die in die Häuser vertrieben worden waren.
Die Bergung der Leichen aus den Trümmern stoße weiterhin auf große Schwierigkeiten, sagte al-Madschdalawi. Es fehle an Ausrüstung und schwerem Gerät.
Der Zivilschutz hat im Juli die zweite Phase seiner Bergungseinsätze gestartet. Bei seinem ersten Einsatz im November 2025 hatte er 333 Leichen und die Überreste von 559 Menschen geborgen.
Nach Einschätzung des Zivilschutzes liegen die Überreste weiterer 8.000 Palästinenser noch unter den Trümmern im gesamten Gazastreifen. Laut dem UN-Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge, UNRWA, sind im Gazastreifen etwa 200.000 Gebäude beschädigt oder zerstört.
Seit Israel den Krieg vor drei Jahren begann, sind mindestens 74.475 Palästinenser getötet worden.
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