Der Bund sucht eine neue Cloud-Infrastruktur, in der Daten sicher gespeichert und verarbeitet werden können. Die Ausschreibung für interessierte Firmen ist nun gestartet, wie SRF News berichtet. Das Projekt ist insgesamt für sieben Milliarden Franken ausgeschrieben und soll eine Vertragsdauer von 14 Jahren abdecken.
Der Betrag habe ihn zunächst erstaunt, sagte Stürmer. Er halte die Investition aber für gerechtfertigt, weil die Digitalisierung sehr umfassend sei und künftig stark zunehmen werde, etwa durch Anwendungen der künstlichen Intelligenz.
Neu soll die Cloud-Lösung nicht nur für den bundesbehördlichen Gebrauch zur Verfügung stehen, sondern auch für Kantone und Gemeinden. Stürmer bezeichnete dies als grossen Fortschritt.
Die Ausschreibung sieht drei Stufen vor. In der ersten Stufe geht es um eine Public Cloud global für nicht-sensible Daten, für die sich grosse internationale Anbieter bewerben können. Der Auftrag wird an zwei Anbieter vergeben. Auch hier wird der Auftrag an zwei Anbieter vergeben. In der dritten Stufe soll eine Private Cloud für besonders schützenswerte Daten entstehen. Dieser Auftrag geht an einen Anbieter.
Frühere Ausschreibungen verlangten, dass Anbieter auf mindestens drei Kontinenten tätig sind. Dadurch kamen automatisch vor allem internationale Unternehmen aus den USA infrage. Diese Bedingung entfällt nun. Stürmer sieht darin, dass die digitale Souveränität in der aktuellen Ausschreibung eine höhere Priorität geniesst.
Dennoch können sich auch Google, Amazon und andere grosse Anbieter wieder bewerben. Stürmer sieht hier grosse Fallstricke. Diese Daten müssen aber trotzdem jederzeit verfügbar sein. Als Beispiel nannte Stürmer den Flughafen Zürich, der im Minutentakt auf Wetterdaten angewiesen sei. Die Schweiz mache sich damit von Firmen abhängig, die eng mit der US-Regierung zusammenarbeiten. Eine solche Abhängigkeit könne schnell zum Machtmittel werden.
Es gibt laut Stürmer zwar kein Schweizer Pendant zu Google oder Microsoft, wohl aber viele kleinere und mittelgrosse Schweizer Firmen, teils mit Dutzenden oder Hunderten Mitarbeitenden. Die Ausschreibung erlaubt den Zusammenschluss mehrerer Firmen. Eine Firma muss als Hauptbewerberin auftreten, kann aber Leistungen anderer Firmen einbinden. Ein Schweizer Konsortium könnte sich so nach Stürmers Einschätzung sehr effizient bewerben. Darauf hoffe er.
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