Wie The Moscow Times unter Berufung auf RBC berichtete, hat die Cybersicherheitsabteilung des russischen Geheimdienstes FSB Betreiber kritischer Infrastruktur angewiesen, Websites vorübergehend vom Netz zu nehmen, falls kritische Lücken in der Programmiersprache PHP nicht sofort geschlossen werden können. Die Schwachstellen seien mithilfe von künstlicher Intelligenz aufgespürt worden.
Die Betreiber sollen demnach Notfall-Softwareupdates einspielen, vollständige Virenscans durchführen und verdächtige Aktivitäten melden. In einer Sicherheitswarnung heiße es, erwogen werden solle, den externen Zugang zu verwundbaren Webservern vorübergehend einzuschränken, bis hin zur vollständigen Abschaltung.
Die Anordnung betrifft laut Bericht Kommunikationsnetze und Informationssysteme von Behörden sowie von Finanz-, Energie-, Transport- und Medizinunternehmen und weiteren Firmen.
Die Maßnahme ähnelt Vorgaben der US-Sicherheitsbehörde National Security Agency sowie von Behörden der EU und Chinas. Die Lücken waren zunächst vertraulich an die Entwickler gemeldet worden, die die Korrektur bis dahin unter Verschluss vorbereitet hatten.
Weltweit versuchten Unternehmen und Regierungen am Donnerstag, die Schwachstellen zu schließen. Cloud-Anbieter meldeten nach der Veröffentlichung eine Welle von Hackerangriffen. Nach Angaben der Cloud-Dienstleister Cloudflare und Amazon stieg die Zahl der Angriffsversuche auf Millionen, während Unternehmen und Behörden Updates einspielten und Websites vorsorglich aussetzten.
Experten warnten gegenüber RBC, dass Zehntausende oder sogar Hunderttausende russische Websites wegen der weiten Verbreitung von PHP im Land weiterhin anfällig für Cyberangriffe seien. Nach Angaben der Plattform W3Techs laufen mehr als 90 Prozent der russischsprachigen Websites und fast 70 Prozent des Webs weltweit auf PHP.
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