Die Untersuchung ist im Fachmagazin „Aging Cell“ veröffentlicht worden. Der Prozess lässt sich in Zellen offenbar umkehren, allerdings nur im Labor.
Der menschliche Körper besteht aus Hunderten verschiedener Zelltypen, darunter Haut-, Leber- und Blutzellen. Jeder Typ erfüllt eine eigene Aufgabe, etwa den Transport von Sauerstoff oder die Umwandlung von Alkohol in unschädliche Stoffe. Im Labor ist es den Wissenschaftlern jedoch gelungen, eine Blutzelle in eine Hirnzelle umzuprogrammieren.
Bei der Umprogrammierung beobachteten die Forscher einen Nebeneffekt. Brüstle sagte, die Zellen hätten sich dabei deutlich verjüngt. Für die Reprogrammierung hatten die Forscher Blutproben von Spendern verwendet, die über 100 Jahre alt waren.
Anschließend kultivierten die Forscher die Zellen 50 Tage lang in einer Nährlösung. Nach der Reprogrammierung entsprachen die molekularen Alterssignaturen der Zellen eines 80-Jährigen denen einer Person unter 20 Jahren. Der Prozess habe die zelluläre Alterung damit um mehr als sechs Jahrzehnte umgekehrt.
Brüstle erklärte, man wisse zudem, dass diese epigenetische Verjüngung dafür sorge, dass sich die Zellen wie junge Zellen verhielten.
Die Verjüngung sei schrittweise erfolgt und lasse sich bis über 100 Tage hinaus verfolgen, so Brüstle.
Eine Therapie gegen das Altern sei das allerdings nicht. Dies könne Wissenschaftlern helfen, die mit Erkrankungen wie Alzheimer verbundenen zellulären Veränderungen besser zu verstehen. Das Lebensalter sei laut Brüstle der wichtigste Risikofaktor für neurodegenerative Erkrankungen.
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