Nach dem Ende der Stimmabgabe ist in Israel ein Patt absehbar. Wie der ORF berichtet, sieht keine der beiden Seiten laut Exit-Polls großer Fernsehsender eine Mehrheit für sich. Netanjahu als Regierungschef und Eisenkot als sein Hauptkonkurrent kommen demnach nicht auf die nötigen Mandate in der 120 Sitze umfassenden Knesset.
Einer Erhebung des Senders Channel 12 zufolge würde Netanjahus Likud-Partei mit 24 Mandaten die stärkste Kraft stellen. Eisenkots Partei käme auf 22 Sitze. Dennoch liege das Lager um Eisenkot in den Exit-Polls vor dem Netanjahus, sodass es zunächst keinen klaren Sieger gebe.
Die Wahlbeteiligung erreichte einen Rekordwert. Das ist der höchste Wert seit 1973, dem Jahr, in dem erstmals während des laufenden Wahltags Zwischenergebnisse zur Beteiligung veröffentlicht wurden. Zu diesem Zeitpunkt lag die Zahl der abgegebenen Stimmen zudem über dem Wert nach Wahlschluss 2022.
Wegen teils langer Schlangen vor den Wahllokalen hatte die Wahlkommission angekündigt, die Lokale bei Bedarf später zu schließen. Wer schon vor dem offiziellen Wahlschluss angestellt sei, solle in jedem Fall wählen können.
Netanjahus Likud hatte zudem eine Verlängerung der Öffnungszeiten verlangt. Eisenkots Partei Jaschar lehnte das entschieden ab. Es habe keinen außergewöhnlichen Vorfall gegeben, der eine Verlängerung rechtfertige. Die Wahlkommission wies den Vorstoß Netanjahus zurück.
Am Morgen nach der Wahl beginnt die Auszählung der Briefwahlstimmen. Das offizielle Endergebnis wird am 4. November erwartet. Wem Staatspräsident Jizchak Herzog den Auftrag zur Regierungsbildung erteilt, dürfte möglicherweise erst danach feststehen.
Es ist die erste Parlamentswahl in Israel seit dem Überfall der Terrororganisation Hamas und dem anschließenden Gaza-Krieg. Aus vielen Richtungen sei die Abstimmung als Schicksalswahl betrachtet worden.
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