Das Ifo-Institut erwartet, dass der Wohnungsbau in Deutschland trotz schnellerer Genehmigungen kaum vorankommt, wie n-tv berichtet. Die Münchner Wirtschaftsforscher müssten ihre bisherigen Annahmen deshalb nach unten korrigieren.
Ifo-Bauexperte Ludwig Dorffmeister begründete die Korrektur gegenüber der „Augsburger Allgemeinen“ mit den gestiegenen Baukosten, die auch eine Folge des Iran-Kriegs seien. Er erwarte, dass auch 2027 und 2028 jeweils 195.000 Wohnungen fertiggestellt werden. Im Februar hatte das Institut für 2027 noch mit 205.000 und für 2028 mit 215.000 Fertigstellungen gerechnet.
Für das laufende Jahr erwartet Dorffmeister, wie zuvor angenommen, einen Rückgang auf 185.000 Fertigstellungen. Das wäre der niedrigste Stand seit 15 Jahren und 20.000 weniger als 2025.
Dorffmeister nannte drei Effekte, die den Wohnungsbau seit 2022 besonders stark bremsen. Erstens habe es einen Preisschock bei den Bauleistungen gegeben. Zweitens habe sich die Baufinanzierung durch einen Zinsschock verteuert. Drittens sei die Bauförderung zugleich erheblich zurückgegangen.
Der Bau-Turbo, den der Bund im vergangenen Jahr eingeführt hat, könne Genehmigungsverfahren zwar beschleunigen, wies die Wohnungswirtschaft hin.
Im sozialen Wohnungsbau, so Gedaschko, habe sich die Situation ebenfalls verschlechtert. Er merkte an, das verringere die Chancen von Familien, jungen Menschen und allen, die dringend eine günstige Bleibe brauchen.
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