Die südkoreanische Polizei hat wegen des Online-Lecks persönlicher Daten von 168 Personen eine vorläufige Ermittlung eingeleitet. Wie Yonhap berichtete, teilte die Polizei am Dienstag (3. November) mit, betroffen seien unter anderem Präsident Lee Jae Myung, seine Ehefrau und Kabinettsminister.
Nach Angaben der Nationalen Polizeibehörde wurde im Juni eine Datei mit dem Titel „Passagierliste (Südkorea-Belgien)“ auf einer kostenpflichtigen, sicherheitsbezogenen Website veröffentlicht. Die Datei soll Angaben zu 168 Personen enthalten haben, darunter Lee und seine Ehefrau, wichtige Regierungsbeamte, Mitarbeiter von Cheong Wa Dae und des Außenministeriums, Angehörige des Präsidentenschutzdienstes sowie Journalisten, die über Cheong Wa Dae berichten.
Demnach enthielt die Datei Namen in Koreanisch und Englisch, Institutionszugehörigkeit und Berufsbezeichnungen, außerdem Geburtsdaten, Passnummern sowie Ausstellungs- und Ablaufdaten der Reisepässe. Die betreffende Website dient laut Bericht dem Scannen von Dateien oder Internetadressen auf Schadcode. Zahlende Mitglieder und andere Nutzer könnten auf der Plattform hochgeladene Dateien herunterladen.
Die Polizei vermutet, dass die Datei bei der Prüfung auf Schadcode auf die Plattform hochgeladen wurde. Sie enthielt Angaben zu Personen, die während Lees Reisen im Juni nach Belgien, Italien und Frankreich an Bord der Präsidentenmaschine waren. Dem Vernehmen nach wurde die Datei am 2. Juni hochgeladen, also vor der Auslandsreise des Präsidenten.
Die Datei sei etwa fünf Monate lang zugänglich gewesen.
Cheong Wa Dae erklärte, nach Bekanntwerden des Online-Datenlecks habe der Amtssitz des Präsidenten Gegenmaßnahmen ergriffen. Das Außenministerium und weitere zuständige Behörden würden weitere Schritte einleiten.
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