Russland hat nach ukrainischen Angaben erstmals seit der Ankündigung einer Energie-Waffenruhe keine ukrainischen Energieanlagen angegriffen. Betroffen war auch Charkiw.
US-Präsident Donald Trump hatte die Waffenruhe am Sonntag angekündigt. Medienberichten zufolge hätten US-Vertreter der Ukraine gedroht, Geheimdienstinformationen und Waffenlieferungen einzustellen, falls Kiew seine Angriffe auf russische Ölraffinerien nicht beende.
Russland habe dagegen am Montag noch sechs ukrainische Energieanlagen bombardiert. Ob Moskau in der folgenden Nacht bewusst auf Angriffe gegen die Energie-Infrastruktur verzichtet habe, sei unklar geblieben. In Lwiw sei eine Rakete rund einen Kilometer von einem Heizkraftwerk entfernt eingeschlagen.
Die Angriffe hätten am späten Montagabend stattgefunden. Bei den nächtlichen Bombardements seien Schäden an 17 Orten registriert worden. Aufklärungsdaten über den Abschuss russischer ballistischer Raketen könnten Menschenleben retten, erklärte er.
Außenminister Andrij Sybiha erklärte bei einer Sicherheitskonferenz in Warschau, der Austausch von Geheimdienstinformationen mit den USA dauere an. Der verspätete Luftalarm hänge mit einer besonderen Waffenart zusammen, die Russland eingesetzt habe. Details dazu nannte er nicht. Der Kreml teilte mit, die Kontakte über die Energie-Waffenruhe liefen weiter, machte aber keine näheren Angaben.
Selenskyj bezeichnete den Angriff auf Kiew als ballistischen Angriff, bei dem fünf Raketen zivile Infrastruktur getroffen hätten. In Charkiw sei ein Wohnhaus zerstört worden.
Selenskyj erklärte außerdem, seit Trumps Ankündigung der Feuerpause habe die Ukraine keine russischen Ölraffinerien oder anderen Ziele im russischen Energiesektor angegriffen. Russland habe in dieser Zeit ukrainische Energieanlagen und kritische Infrastruktur in 19 Regionen getroffen.
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