Papst Leo XIV. ist an Lungenkrebs erkrankt. Nachdem Chirurgen einen Teil seiner rechten Lunge entfernt haben, ist offen, wie sich die Diagnose auf seine Amtsführung und geplante Auslandsreisen auswirkt, berichtete Arab News.
Hinweise auf gesundheitliche Probleme habe es damals nicht gegeben. Leo ist inzwischen 71 Jahre alt.
Der erste in den USA geborene Papst habe sich zu einer zunehmend einflussreichen Stimme über die katholische Kirche hinaus entwickelt. Er habe vor den Risiken künstlicher Intelligenz gewarnt und den US-Präsidenten Donald Trump mit seiner Kritik am Krieg im Iran verärgert. Seine ursprünglich erwartete aktive Reisetätigkeit und eine führende moralische Rolle auf der internationalen Bühne seien nun weniger sicher.
Wie sich die Erkrankung auf das Pontifikat auswirkt, hänge von mehreren Faktoren ab. Dazu gehöre auch die Frage, ob sich der Krebs auf die Lymphknoten ausgebreitet habe. Es sei zu früh, die Auswirkungen auf Leos Aufgaben und Terminkalender einzuschätzen. Wenn sich der Papst vollständig erhole und keine intensive Behandlung benötige, könne er seine Arbeit möglicherweise wie gewohnt fortsetzen.
Eine unmittelbare Frage betrifft eine für den 6. bis 17. November geplante elftägige Reise nach Uruguay, Argentinien und Peru. Die Reise gilt als besonders wichtig für Leo, der mehrere Jahrzehnte als Missionar und Bischof in Peru verbracht hat. Nach dem ursprünglichen Programm sollte er in zehn Städten rund 50 Termine wahrnehmen und 36 Reden halten.
Der Lungenkrebsspezialist Stephen Liu sagte, die Reise müsse abhängig von Leos Genesung möglicherweise verschoben werden. Eine Südamerikareise so kurz nach dem Eingriff sei möglich, wenn es sich um einen Lungenkrebs im frühen Stadium handle und keine weitere Therapie erforderlich sei. Der Zeitplan sei jedoch knapp, und die Erholung verlaufe von Patient zu Patient unterschiedlich.
Leo hatte 2026 bereits vier Auslandsreisen unternommen und dabei große Menschenmengen angezogen. Im vergangenen Monat kamen in Paris mehr als 800.000 Menschen zu seinem Auftritt.
Der Vatikan habe Leos Gesundheitszustand ungewöhnlich offen dargestellt. Leo selbst teilte Pilgern am Sonntag auf dem Petersplatz mit, in seiner Lunge sei ein lokal begrenzter Knoten entdeckt worden. Dieser sei früh erkannt worden und gut abgegrenzt gewesen. Nach dem Eingriff veröffentlichte der Vatikan ein ausführliches medizinisches Bulletin. Ein weiterer Bericht könne am Mittwochnachmittag folgen; für eine Einschätzung der Prognose müssten die Ärzte zunächst Untersuchungen abschließen.
Nach Angaben der American Cancer Society liegt die relative Fünfjahresüberlebensrate bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs bei 67 Prozent, wenn die Erkrankung auf die Lunge begrenzt bleibt. Giuseppe Cardillo, Leiter der Thoraxchirurgie am römischen San-Camillo-Forlanini-Krankenhaus, sagte, die Entfernung eines früh entdeckten Lungentumors führe normalerweise zu einer ausgezeichneten Prognose. Elize Allen, die eine Biografie über Leo für Penguin Peru verfasst hat, riet dazu, keine voreiligen Schlüsse über seine Genesung zu ziehen.
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