US-Energieminister Chris Wright hat am 12. Oktober einen Stromnetz-Notstand für das Gebiet des Netzbetreibers PJM Interconnection angeordnet. Die Sonderbefugnisse gelten vom 13. bis zum 16. Oktober, berichtete Hindustan Times World.
PJM darf in diesem Zeitraum bestimmte Stromerzeugungsanlagen zur Produktion verpflichten und unter eingeschränkten Bedingungen zusätzliche Energiereserven nutzen. Die Maßnahme soll nach Angaben der US-Behörden und des Netzbetreibers Stromausfälle verhindern. Sie kündige keine geplanten Abschaltungen an.
Das von PJM versorgte Gebiet umfasst ganz oder teilweise Delaware, Illinois, Indiana, Kentucky, Maryland, Michigan, New Jersey, North Carolina, Ohio, Pennsylvania, Tennessee, Virginia und West Virginia sowie den District of Columbia. PJM ist dort für die Koordinierung des Stromsystems und die Abstimmung der Stromerzeugung mit dem Bedarf zuständig.
Auslöser sind eine erwartete steigende Nachfrage und Einschränkungen der regionalen Infrastruktur. Für den 13. Oktober rechnet der Netzbetreiber mit einem Stromverbrauch von etwa 111.500 Megawatt. Als Gründe nennt die Anordnung ungewöhnlich warme Herbsttemperaturen und planmäßige Wartungsarbeiten an wichtigen Anlagen.
Die saisonalen Wartungen laufen von Mitte September bis Anfang Dezember. Dabei nehmen Versorger Kraftwerke und Übertragungsinfrastruktur vorübergehend außer Betrieb, um Wartungen und Verbesserungen durchzuführen. PJM hat für den 13. Oktober deshalb eine Warnung wegen maximaler Erzeugung sowie eine Warnung zum Lastmanagement angekündigt.
Als zusätzliche Reserve kann PJM nach der Anordnung auch Notstromtechnik von Rechenzentren und anderen großen Industrie- und Gewerbestandorten nutzen. Dazu zählen Hilfs- und Bereitschaftsanlagen, direkt angeschlossene Systeme sowie Batteriespeicher, unabhängig davon, ob sie mit dem überregionalen Stromnetz synchronisiert sind.
Für private Haushalte bedeutet die Erklärung zunächst keine sofortige Änderung. Der Stromverbrauch könne unter normalen Bedingungen fortgesetzt werden. PJM hat jedoch Kapazitätswarnungen ausgegeben und kann bei einer Verschärfung der Lage Maßnahmen zur Nachfragesteuerung einleiten. Haushalte und Unternehmen in dem Versorgungsgebiet könnten dann gebeten werden, während hoher Nachfrage freiwillig auf nicht notwendigen Stromverbrauch zu verzichten.
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