Junge Akademiker finden derzeit deutlich weniger Einstiegsstellen. Zwischen Januar und August 2026 wurden 83.500 Stellen für Hochschulabsolventen mit höchstens drei Jahren Berufserfahrung ausgeschrieben. Das waren 40 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum 2022, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet.
Damals waren 138.000 entsprechende Stellen erfasst worden. Zugleich stieg die Zahl der arbeitslosen Menschen unter 30 Jahren mit Hochschulabschluss nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit von 23.000 im Jahr 2022 auf 45.000 im Jahr 2025.
Die Zahlen stammen aus einer Untersuchung von Index Research. Dopplungen wurden herausgerechnet.
Schwache Wirtschaftsphasen seien immer mit einem schwachen Arbeitsmarkt verbunden, erklärte sie. Einstiegspositionen seien besonders betroffen, weil Unternehmen dort zuerst sparten.
Junge Menschen von der Universität hätten bisher häufig einfache Analysen oder Textarbeiten übernommen. Diese Aufgaben würden zunehmend von KI erledigt, sagte Warning. Andere Tätigkeiten verlangten dagegen oft Erfahrung im Unternehmen, etwa um Ergebnisse einer KI kritisch einzuordnen. Weil Berufseinsteigern diese Erfahrung fehle, zögerten viele Unternehmen derzeit mit ihrer Einstellung.
Dazu zählen unter anderem Unternehmensberatung, Ingenieurwesen, Forschung und Werbung. Gegenüber 2023 ging die Zahl dort um circa 51 Prozent zurück.
In der Branche Information und Kommunikation gab es 2026 13.500 Stellen. Im Vergleich zu 2023 bedeutete das einen Rückgang um 56 Prozent. Der Einfluss von KI sei dort besonders spürbar, sagte Warning. Viele Unternehmen prüften derzeit, bei welchen Aufgaben Menschen seltener oder gar nicht mehr gebraucht würden. Solange diese Erprobung andauere, stellten sie weniger neues Personal ein.
Neben der schwachen Konjunktur wirkten sich dort laut Warning grundlegende Strukturveränderungen aus. Entsprechend werde weniger Nachwuchs gesucht.
Im Baugewerbe fiel der Rückgang mit 14 Prozent geringer aus. Gegenüber dem Vorjahr wurden zwischen Januar und August 2026 sogar sieben Prozent mehr Stellen ausgeschrieben. Der Bau befinde sich derzeit in einer positiven Lage, sagte Warning. Sie führte das unter anderem auf eine gute Auftragslage durch den Staat zurück.
Regional ging die Zahl der Stellen seit 2023 in den Bundesländern durchschnittlich um 41 Prozent zurück. In Bremen betrug der Rückgang 29 Prozent und war damit am geringsten. Baden-Württemberg und Bayern seien zudem von der schwierigen Lage der Autobauer betroffen.
Gleichzeitig stieg die Zahl der Stellen, in deren Anforderungsprofil die Begriffe KI, Künstliche Intelligenz, AI oder Artificial Intelligence vorkamen. 2023 traf das auf 1.200 Stellen zu, also auf etwa 0,9 Prozent aller erfassten Angebote. 2026 waren es 7.300 Stellen beziehungsweise 8,7 Prozent.
Berufseinsteiger müssten künftig mehr als reine Fachkenntnisse mitbringen und sich auf wiederkehrende Veränderungen ihres Arbeitsfelds einstellen.
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