Trotz eines grundsätzlich umfassenden Krankenversicherungsschutzes sind in Österreich mehrere tausend Personen nicht versichert.
Im Jahr 2025 betreuten das Gesundheitszentrum AmberMed in Wien 2.697 Menschen ohne Versicherungsschutz, die Marienambulanz in Graz 2.221 und die Virgilambulanz in Salzburg 96. Qualitative Befragungen nicht krankenversicherter Personen fanden zusätzlich in den genannten Zentren sowie in Medcare in Innsbruck statt.
Fuchs betonte, das System sei relativ umfassend ausgestaltet, an dessen Rändern fielen jedoch Personen in außergewöhnlichen Lebenslagen und bei Statuswechseln heraus. Die Zahl der Betroffenen schwanke, da Menschen aus unterschiedlichsten Gründen nicht oder nicht mehr erfasst würden.
Laut der Stichprobe der Erhebungsblätter nahmen 28 Prozent eine Behandlung erst nach frühestens drei Monaten nach den ersten Symptomen in Anspruch, 19 Prozent sogar erst nach frühestens einem Jahr. Als Gründe nannte die Studie Angst vor unbezahlbaren Rechnungen, einen Mangel an Angeboten und Scham.
Schenk wies darauf hin, dass größere gesundheitliche Probleme entstehen können, wenn nicht rechtzeitig therapeutisch gehandelt wird.
Für Labor- und Röntgenuntersuchungen bestehen Kooperationen mit Einrichtungen, die diese unentgeltlich durchführen. Eine Vertreterin der Einrichtung erklärte, das System funktioniere nur über ehrenamtliche Arbeit.
Die mit Abstand niedrigsten Versicherungsquoten gibt es laut Studie bei den Jüngeren. Nicht krankenversicherte Personen verfügen, wenn überhaupt, über sehr geringe Einkommen, sowohl persönlich als auch im Haushalt.
Sie leben seltener in einer Partnerschaft und wohnen vermutlich häufiger allein. Wohnungslosigkeit oder eine prekäre Wohnsituation seien oft anzutreffen. Stärker betroffen seien Personen mit nicht-österreichischer Staatsbürgerschaft, die vor allem aus EU- oder anderen europäischen Ländern stammen.
Bei einem erheblichen Teil der Klientinnen und Klienten wiederholt sich das Problem, wie die Studie zeigt: Phasen mit Versicherung wechseln sich mit versicherungslosen Zeiten ab. Die Studienautoren erklärten, Betroffene seien aus gesundheitlichen, psychosozialen oder sprachlichen Gründen häufig nicht in der Lage, sich selbst um ihre Leistungsansprüche zu kümmern.
Die Inanspruchnahme der Sozialhilfe sei zu niedrig, weshalb Betroffene die dort gewährte Versicherung nicht erhielten. Die Verwaltung müsse verbessert werden, hier seien die Bundesländer gefordert. Bei Kindern könnte laut den Autoren etwa jedes Kind, das die Schule besucht, automatisch ins Versicherungssystem aufgenommen werden. Wesentlich sei zudem die Finanzierung von Einrichtungen wie AmberMed sowie das Schließen von Versorgungslücken abseits der größeren Städte.
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