Japans Exporte sind im September weiter kräftig gewachsen, wie The Japan Times berichtete. Der Wert der Ausfuhren stieg laut Finanzministerium um 16,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Volkswirte hatten im Median einen Anstieg von 21,3 Prozent erwartet. Die Exporte wachsen nun seit 13 Monaten in Folge.
Auch die Importe legten zu, und zwar um 18,9 Prozent. Volkswirte hatten einen Anstieg von 20,4 Prozent geschätzt. Die Handelsbilanz wies unbereinigt ein Defizit von 536 Milliarden Yen (3,4 Milliarden Dollar) aus. Im August hatte das Defizit noch 1,1 Billionen Yen betragen.
Getragen wurde das Exportplus vor allem von Chips und Autos. Die Ausfuhren von Halbleitern stiegen um 49,4 Prozent, die von Anlagen zur Chipherstellung um 43,9 Prozent. Autoexporte legten um 15,1 Prozent zu. Die Zuwächse spiegeln laut Bericht eine anhaltend starke Nachfrage im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz wider.
Nach Zielregionen gerechnet stiegen die Lieferungen in die USA um 22,9 Prozent. Die Ausfuhren nach China nahmen um 8,6 Prozent zu, jene in die Europäische Union um 10,5 Prozent.
Die Rohölimporte kletterten dem Wert nach um 51,1 Prozent, mengenmäßig betrug das Plus dagegen nur 3,1 Prozent. Der Grund sind laut Bericht die weiterhin hohen Ölpreise infolge der Spannungen im Nahen Osten. Japan versucht, seine Abhängigkeit von Öl aus dieser Region durch die Erschließung alternativer Bezugsquellen zu verringern. Die Rohölimporte aus den USA sprangen im September wertmäßig um 820 Prozent nach oben, während die Lieferungen aus dem Nahen Osten nur um 1,5 Prozent zulegten. Mengenmäßig gingen die Ölimporte aus der Region um 30 Prozent zurück.
Der Chefvolkswirt des Norinchukin Research Institute, Takeshi Minami, erwartet, dass die Nachfrage nach KI-bezogenen Produkten stark bleibt. Nach seiner Einschätzung werden die Halbleiterexporte weiter steigen, ohne dass es für absehbare Zeit zu einem Überangebot kommt. Die Lage im Nahen Osten gerate zudem außer Kontrolle, weshalb die hohen Ölpreise seiner Ansicht nach noch einige Zeit anhalten dürften.
Der Handelsüberschuss mit den Vereinigten Staaten belief sich auf 393 Milliarden Yen. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hat höhere Zölle auf japanische Waren verhängt, um das amerikanische Handelsdefizit mit Japan zu verringern. Beide Länder hatten im vergangenen Jahr ein Handelsabkommen geschlossen, das die Zölle auf die meisten japanischen Produkte auf 15 Prozent begrenzt. Im Gegenzug hatte Tokio zugesagt, seine Investitionen in den USA zu erhöhen.
Der Yen notierte im September im Durchschnitt bei 157,43 Yen je Dollar. Das waren laut Finanzministerium 6,7 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Ein schwächerer Yen verteuert den Import von Rohstoffen, verschafft den Exporteuren im Ausland aber einen Wettbewerbsvorteil.
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