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Großbritannien gibt Gasfeld Jackdaw frei, Entscheidung über Rosebank steht aus

Das Gasfeld Jackdaw in der Nordsee darf mit der Förderung beginnen, über das Ölfeld Rosebank vor Shetland ist noch nicht entschieden. Industrie und Umweltschützer bewerten beide Projekte gegensätzlich.

Großbritannien gibt Gasfeld Jackdaw frei, Entscheidung über Rosebank steht ausSymbolbild
Foto: Jan-Rune Smenes Reite · Pexels

Das Wichtigste in Kürze

  • Großbritannien hat das Gasfeld Jackdaw in der Nordsee zur Förderung freigegeben und will ab Ende dieses Monats Gas liefern
  • Für das Ölfeld Rosebank vor Shetland ist noch keine Entscheidung gefallen, nachdem ein Gericht die Genehmigungen beider Felder als rechtswidrig einstufte
  • Industrieverbände erhoffen sich Arbeitsplätze und mehr Energiesicherheit, Umweltschützer halten weitere Bohrungen dagegen für unvertretbar

Die britische Regierung hat das Gasfeld Jackdaw in der Nordsee zur Förderung freigegeben, wie die BBC berichtete. Nach Jahren politischer Debatten und juristischer Auseinandersetzungen kann die Förderung beginnen. Die Regierung erklärte, sie werde ab Ende dieses Monats Gas liefern können. Für das Ölfeld Rosebank vor Shetland ist dagegen noch keine Entscheidung gefallen.

Jackdaw liegt 241 Kilometer östlich von Aberdeen. Rosebank, 128 Kilometer nordwestlich von Shetland, ist nach Angaben der BBC das größte bislang unerschlossene Ölfeld Großbritanniens und würde auch etwas Gas fördern. Bis es in Betrieb gehen könnte, würde es länger dauern als bei Jackdaw. Bei einer Genehmigung soll es bis 2027 laufen.

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Industrieverbände argumentieren, die Felder könnten Arbeitsplätze schaffen und die Energiesicherheit des Landes verbessern, da Konflikte in Übersee die Versorgung bedrohen. Umweltschützer halten weitere Bohrungen dagegen für unvertretbar. Sie würden die Bemühungen zur Senkung klimaschädlicher Emissionen behindern, während tödliche Hitzewellen und extreme Wetterereignisse Milliarden Menschen weltweit träfen. Die Förderung werde zudem nicht zur Energiesicherheit beitragen. Ein schnellerer Umstieg auf grünere Technologien wäre nach ihrer Einschätzung besser für die Arbeitsplätze.

Die Lizenzen für beide Felder hatte die damalige konservative Regierung in den Jahren 2022 und 2023 erteilt, was Klagen von Umweltgruppen auslöste. Das Court of Session in Edinburgh entschied im vergangenen Jahr, dass Rosebank und Jackdaw rechtswidrig genehmigt worden seien. Die Regierung habe die Klimaauswirkungen der Verbrennung des geförderten Öls und Gases nicht ausreichend berücksichtigt. Ein Richter ordnete an, detailliertere Klimabewertungen zu veröffentlichen. Diese aktualisierten Schätzungen wurden zur Konsultation gestellt. Danach musste die Regierung neu entscheiden, ob sie die Felder erneut genehmigt, unter Beteiligung der Regulierungsbehörden.

Premierminister Andy Burnham hatte zuvor erklärt, er halte am Versprechen der Labour-Partei fest, keine neuen Öl- und Gaslizenzen zu erteilen, bestehende Lizenzen aber zu respektieren. Die BBC erfuhr, dass die Entscheidung zu Rosebank weiterhin bei der Regulierungsbehörde liegt und noch nicht an den Energieminister weitergeleitet wurde. Bei einer Genehmigung werde erwartet, dass Rosebank über seine 25-jährige Laufzeit bis zu 500 Millionen Barrel Öl fördert.

Ein höheres Angebot garantiere jedoch nicht, dass die Energiepreise für Verbraucher in Großbritannien sinken. Die Preise würden auf internationalen Märkten bestimmt, die anfällig für Schocks seien, etwa durch die Konflikte in der Ukraine und im Iran. Der größte Teil des Öls aus Rosebank würde in die Niederlande geliefert, weil die verbliebenen britischen Raffinerien das schwerere Rohöl aus der Nordsee nicht verarbeiten könnten. Raffinierte Produkte wie Diesel oder Kerosin müssten bei einer Verwendung in Großbritannien wieder importiert werden.

Als die Pläne für Jackdaw 2022 vorgestellt wurden, erklärten die Entwickler, das Feld könne genug Gas für 1,4 Millionen Haushalte liefern. Eine Anbindung an das britische Energiesystem sei vergleichsweise einfach, sodass Gas rasch ans Festland gepumpt werden könne. Die Regierung erwartet, dass die inländische Gasförderung auf dem Höhepunkt um etwa 6 Prozent steigt. Über die elfjährige Laufzeit von Jackdaw würden hunderte Arbeitsplätze gesichert und die britische Wirtschaft um geschätzte 2,9 Milliarden Pfund gestärkt.

Der Betreiber Adura, ein Gemeinschaftsunternehmen des norwegischen Konzerns Equinor und von Shell, hat für Jackdaw eine Menge von 35,8 Millionen Tonnen Kohlenstoff über die Laufzeit geschätzt. Das entspreche 90 Prozent der Emissionen Schottlands im Jahr 2023. Wahrscheinlicher sei allerdings eine Menge von 23,6 Millionen Tonnen, also 60 Prozent des Werts von 2023. Für Rosebank werden fast 250 Millionen Tonnen klimaschädlicher Emissionen erwartet. Adura erklärte in seiner aktualisierten Umweltverträglichkeitsprüfung, die Emissionen aus Jackdaw würden die globale Erwärmung nicht wesentlich beeinflussen. Der Ersatz von importiertem US-Flüssigerdgas durch Gas aus Jackdaw würde nach Angaben des Unternehmens vier Millionen Tonnen CO2 einsparen. Kampagnengruppen entgegnen, dies senke die weltweiten Emissionen nicht, da das US-Gas anderswo verkauft und verbrannt würde. Adura halte die Klimaauswirkungen zudem für gering, weil die Branche in Großbritannien gut reguliert sei und dem Pariser Abkommen entspreche.

Der Chefwissenschaftler von Greenpeace UK bezeichnete die Erschließung eines neuen Feldes dagegen als völlig unvereinbar mit dem Pariser Abkommen. Fatih Birol von der Internationalen Energieagentur hatte dem Guardian früher in diesem Jahr gesagt, neue Bohrungen in der Nordsee würden für die Energiesicherheit Großbritanniens wenig ändern. Das Land bliebe auf Öl- und Gasimporte angewiesen, deren Preise international festgelegt würden.

Der Branchenverband Offshore Energies UK geht davon aus, dass Rosebank und Jackdaw während der Bauphase mehr als 3.500 Arbeitsplätze auf dem Höhepunkt sichern würden. Während der Laufzeit seien es 880 Stellen mit einem durchschnittlichen Gehalt von 85.850 Pfund. Zudem würden die Felder bis 2029 Steuereinnahmen von 1,4 Milliarden Pfund bringen, bis 2034 sogar 3,8 Milliarden Pfund. Solche Zahlen seien besonders im Nordosten Schottlands wichtig, wo der Rückgang einer Industrie zu schaffen macht, die lange das wirtschaftliche Rückgrat der Region bildete. Laut einer Untersuchung für das britische Parlament waren bis 2024 etwa vier Fünftel des Öls und Gases aus den britisch kontrollierten Teilen der Nordsee gefördert.

Durch die Erschließung würden Energiekonzerne große Gewinne machen, Steuerzahler aber kaum profitieren. Eine Sprecherin von Greenpeace UK nannte es geradezu absurd, die letzten Tropfen teuren Öls und Gases aus der Nordsee zu pressen, während die Welt unter den Folgen des Klimawandels leide.

Dieser Beitrag wurde automatisiert auf Grundlage externer Nachrichtenquellen und unter Einsatz künstlicher Intelligenz erstellt. So arbeiten wir

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