Eine neu entdeckte, schwerwiegende Sicherheitslücke gefährdet nach Berichten von WELT zahlreiche Webseiten und Onlinedienste weltweit. Betroffen ist die Programmiersprache PHP, auf der ein erheblicher Teil des Internets aufbaut. Dazu gehören private Blogs ebenso wie große Nachrichtenportale, Onlineshops und Content-Management-Systeme.
Als Beispiel nennt der Bericht WordPress. Auch Moodle, Joomla!, Typo3 und Drupal setzen auf PHP.
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat in seiner Warnung unter dem Aktenzeichen BITS-H Nr. 2026-297981-1032 die Warnstufe „3 / Orange“ vergeben. Die Behörde ordnet das Risiko damit als außerordentlich hoch ein. Nach Angaben des BSI müssten Betreiber unverzüglich Gegenmaßnahmen ergreifen, weil der Regelbetrieb massiv beeinträchtigt werden könne. Die Behörde betont zudem ausdrücklich, dass von den Schwachstellen ein herausragendes Bedrohungspotenzial ausgehe.
Die Lücke erlaubt es Angreifern laut Bericht, aus der Ferne und ohne vorherige Anmeldung Schadcode auf betroffenen Servern auszuführen. So könnten sie die vollständige Kontrolle über eine Website übernehmen, sensible Datenbanken und Kundendaten abgreifen oder die Infrastruktur für weitere Cyberangriffe missbrauchen.
Mehrere Bundesländer, Kommunen und Behörden seien der Empfehlung des BSI gefolgt und hätten ihre Online-Angebote vorübergehend abgeschaltet, damit Angreifer keinen Ansatzpunkt finden. Auch Universitäten und Kliniken, darunter die Berliner Charité, hätten ihre Webpräsenz offline genommen.
Für gewöhnliche Internetnutzer bestehe beim Surfen auf Smartphone oder PC kein direkter Handlungsbedarf, weil die Lücke nicht auf den Endgeräten, sondern auf den Servern im Hintergrund liege.
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