Mexikanische Bundesstaatsanwälte haben einen früheren Staatsanwalt wegen Landesverrats angeklagt. Ihm wird vorgeworfen, US-Agenten die Teilnahme an einer Razzia in einem mutmaßlichen Drogenlabor im April erlaubt zu haben, ohne dass dafür eine ordnungsgemäße Genehmigung vorlag. Das berichtete die BBC.
Die Beteiligung von Amerikanern wurde bekannt, nachdem zwei US-Agenten, die Medienberichten zufolge für die CIA gearbeitet haben sollen, bei einem Autounfall in Chihuahua ums Leben kamen. Mit ihnen starben zwei Angehörige der Ermittlungsbehörde des Bundesstaats Chihuahua, wie Behörden mitteilten. Der Unfall ereignete sich am 19. April. Ein Konvoi, der von einem Einsatz gegen mutmaßliche Labore zur Herstellung von Methamphetamin in einem abgelegenen, bergigen Gebiet zurückkehrte, kam von der Straße ab und stürzte in eine Schlucht.
Generalstaatsanwältin Ernestina Godoy Ramos erklärte, Jáuregui habe ausländischen Agenten Tätigkeiten gestattet, die ausschließlich mexikanischen Behörden vorbehalten seien. Zudem habe er Informationen nicht weitergegeben. Jáuregui bestreitet die Vorwürfe. Der frühere Staatsanwalt, der der konservativen Oppositionspartei PAN angehört, wurde am Wochenende festgenommen. Eine Anhörung vor Gericht ist angesetzt. Ein Richter muss noch entscheiden, ob es genügend Beweise gibt, um das Verfahren fortzuführen.
Gegen Jáuregui laufen zusätzlich Verfahren auf Landesebene in Chihuahua, unter anderem wegen Amtsmissbrauchs. In einer Anhörung zu diesen Vorwürfen bestritt er, die Beteiligung der US-Agenten angeordnet oder gebilligt zu haben. Als Generalstaatsanwalt des Bundesstaats hatte er bei einer Pressekonferenz erklärt, die Amerikaner seien Ausbilder der US-Botschaft gewesen, die im Rahmen des üblichen Austauschs mit den US-Behörden Ausbildungsarbeit geleistet hätten.
Präsidentin Claudia Sheinbaum steht nach Angaben der BBC unter Druck von US-Präsident Donald Trump, den Drogenhandel stärker zu bekämpfen. Sie hat jedoch wiederholt Angebote für von den USA geführte Anti-Drogen-Operationen im Land abgelehnt. Sheinbaum besteht darauf, dass ausländische Beamte nur mit vorheriger Zustimmung der Bundesregierung auf mexikanischem Boden tätig werden dürfen. Die Souveränität des Landes dürfe nicht verletzt werden.
US-Medien berichteten, dass die beiden Personen im Rahmen einer ausgeweiteten Anstrengung gegen den Drogenhandel in der Region für die CIA tätig gewesen seien. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Kommentare (0)