Führende Wirtschafts- und Rechtswissenschaftler fordern ein Ende aller Agrarsubventionen. Wie Spiegel Online berichtet, hält der Kronberger Kreis den staatlichen Einfluss auf die Landwirtschaft in diesem Umfang ökonomisch nicht für begründbar. Lars Feld, Sprecher des Gremiums, hält pauschale Zahlungen an den Agrarsektor für ein ungeeignetes Mittel.
Pauschale Hilfen seien dagegen kein passendes Instrument.
In ihm arbeiten Ökonomen und Juristen mit großem Einfluss zusammen, die strikt marktwirtschaftliche Umbauten, mehr Konkurrenz und weniger Regulierung befürworten.
Diese Gespräche, so die Wirtschaftsexperten, böten die Gelegenheit, die europäische Agrarpolitik von Grund auf neu auszurichten.
Ifo-Chef Clemens Fuest sagte, es sei eine Kurskorrektur nötig. Dabei verwies er auch auf sicherheitspolitische Herausforderungen. Außerdem müsse darüber nachgedacht werden, wie Finanzmittel verteilt werden.
Auch das Argument der Ernährungssicherheit rechtfertige aus Sicht Fuests keine umfassende Förderung. Versorgungssicherheit hänge nicht von möglichst hohen nationalen Selbstversorgungsquoten ab, sondern von offenen Märkten, breit gestreuten Bezugsquellen und passenden Vorsorgemaßnahmen für außergewöhnliche Krisenlagen.
Fuest räumte ein, dass der Abbau von Subventionen politisch schwierig sei. Die Pläne der damaligen Ampelregierung, die Agrardiesel-Subventionen zu streichen, hätten ab Dezember 2023 wochenlang zu bundesweiten Traktordemonstrationen geführt. Die Proteste hatten Erfolg: Seit Anfang 2026 wird die Rückvergütung wieder in voller Höhe gezahlt.
Eine Lösung seien nach Fuests Worten Übergangsphasen. Er plädierte dafür, den Umbau mit Gestaltungswillen anzugehen. Subventionen dürften nicht danach ausgerichtet werden, wer am meisten Häuser anzünde und wer sich am radikalsten gebe, sagte er.
Die sechs Wissenschaftler empfehlen vier zentrale Reformschritte. Zweitens sollen für die Landwirtschaft grundsätzlich dieselben wettbewerbsrechtlichen Regeln gelten wie für andere Wirtschaftsbereiche. Drittens soll der agrarspezifische Vorschriftenapparat auf das notwendige Maß zurückgeführt werden. Viertens sollen Umweltprobleme gezielt angegangen werden, indem pauschale Förderung durch wirksame und möglichst verursachergerechte Instrumente ersetzt wird.
Justus Haucap, Ex-Chef der Monopolkommission, versteht die Forderungen auch als Weckruf an die Politik. Man sei davon abgekommen, überhaupt über Grundsätze zu sprechen, und habe sich daran gewöhnt, die Subventionierung der Landwirtschaft als gegeben hinzunehmen.
Die Experten kritisieren außerdem, dass Freihandelsabkommen oft am Widerstand der Landwirte scheitern. Dabei würden Verbraucher und andere Wirtschaftszweige davon profitieren.
Als Beispiele für Länder, in denen die Landwirtschaft mit deutlich weniger Markteingriffen auskommt, nannten die Ökonomen Australien und Neuseeland.
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