Ein Forschungsteam aus der Schweiz hat ein Implantat entwickelt, das Diabetes und Übergewicht künftig ohne Medikamente bekämpfen soll. Wie die Salzburger Nachrichten berichten, wandelt das Gerät überschüssigen Blutzucker unter Strom in eine Säure um. Diese wird größtenteils über den Urin ausgeschieden, statt sich als Fett im Körper abzulagern.
Übergewicht und Diabetes zählen zu den größten Zivilisationsleiden der Gegenwart.
Die Abkürzung steht für Electrocatalytic Closed-loop Health Optimization.
Bei übergewichtigen Mäusen mit Typ-2-Diabetes habe das Implantat Wirkung gezeigt. Es habe den Blutzuckerspiegel der Tiere gesenkt. Zudem hätten die Mäuse an Gewicht verloren, und einige Blutfettwerte hätten sich verbessert.
Fussenegger verweist auf ein vertrautes Prinzip: Bei einer Apple Watch auf dem Ladegerät fließe der Strom drahtlos. Beim Implantat funktioniere es ähnlich. Es liege unter der Haut und werde von außen mit Strom versorgt.
Gesteuert wird das System über ein Closed-Loop-Verfahren.
Liegt der Wert nach dem Essen über einem festgelegten Grenzwert, schaltet das Steuergerät das Implantat drahtlos ein.
Wenn dem Körper auf diese Weise dauerhaft überschüssige Energie entzogen werde, ähnlich wie bei einer kontrollierten Fastenkur, beginne er, die körpereigenen Fettreserven zu verwerten, so Fussenegger. Die Folge sei eine Gewichtsabnahme.
Bis das Verfahren beim Menschen angewendet werden kann, wird es noch dauern. Als Nächstes seien Versuche an Großtieren wie Schweinen oder Schafen geplant, danach könnten klinische Studien am Menschen folgen. Da es sich um ein Medizinprodukt handle, könnte der Weg zur Zulassung möglicherweise schneller verlaufen als bei neuen Medikamenten. Fussenegger schätzt vorsichtig: Ein exakter Zeitrahmen sei heikel, zehn Jahre sollten es aber nicht dauern. Er hoffe auf zwei bis fünf Jahre.
Auch bei den Behandlungskosten sieht Fussenegger Vorteile. Die industrielle Massenfertigung dürfte deshalb deutlich günstiger ausfallen als die aufwendige biotechnologische Produktion moderner Biopharmazeutika.
Forscher, die an der Studie nicht beteiligt waren, halten den Ansatz für interessant.
Roden hält zahlreiche Risiken für denkbar.
Kommentare (0)