Die Weltnaturschutzunion IUCN hat sämtliche 127 Flachwasser-Korallenriffe der Erde systematisch untersucht, wie Spiegel Online berichtet. Das Ergebnis: 96 Prozent der Riffe sind vom Aussterben bedroht. Damit erreichen sie die höchste Gefährdungsstufe. Für vier Riffe reichten die vorliegenden Daten nicht aus, um sie zu beurteilen.
Untersucht wurden die bunten Korallenriffe bis in etwa 40 Meter Wassertiefe. Wegen der Wassertemperatur und des Lichteinfalls leben dort besonders viele Arten.
Die IUCN ordnet die untersuchten Riffe nun in ihrer Roten Liste der Ökosysteme ein. Auf dieser Liste bewertet die Organisation das Risiko, dass Lebensräume zusammenbrechen. Die Liste wurde 2014 ins Leben gerufen, mehr als 4000 Ökosysteme sind darin bislang erfasst.
Korallen vertragen nach Angaben der IUCN nur geringe Temperaturschwankungen.
Für ihre Beurteilung legten die IUCN-Experten das mittlere Klimaszenario des Weltklimarats IPCC zugrunde. Dieses Ziel gilt inzwischen als kaum noch erreichbar.
Neben dem Klima setzen den Riffen auch andere Faktoren zu. Papageienfische und Zackenbarsche halten dort Algen in Schach. Fehlen sie, können sich Riffe schlechter von Hitzestress erholen. Zudem könnten zunehmende Küstenbebauung, Verschmutzung und übermäßiger Tourismus die Korallen gefährden.
Dazu zählen Muscheln, Seegurken, Rifffische, Meeresschildkröten und Haie.
Kommentare (0)