Ein Richter in Ecuador hat angeordnet, dass die frühere linke Präsidentschaftskandidatin Luisa Gonzalez in Untersuchungshaft bleibt. Die Anordnung erging einen Tag nach ihrer Festnahme in der ländlichen Stadt Canuto, berichtete Al Jazeera English. Die 48-Jährige hatte 2023 gegen den rechtsgerichteten Präsidenten Daniel Noboa kandidiert. Festgenommen wurde sie wegen eines Verdachts auf Geldwäsche.
Gonzalez, ihre Partei und ihr enger Verbündeter, der frühere Präsident Rafael Correa, bezeichnen die Festnahme als politische Verfolgung. Auch mehrere andere Mitglieder der Partei Bürgerrevolution (RC) sind zuletzt mit Anklagen konfrontiert worden. Dazu zählt der Bürgermeister von Guayaquil, Aquiles Alvarez, der wegen des illegalen Verkaufs subventionierten Treibstoffs verurteilt wurde. Ebenfalls genannt wird der frühere Vizepräsident Jorge Glas, der eine Strafe wegen Korruption verbüßt.
Die Staatsanwaltschaft hat erklärt, Gonzalez gehöre zu sieben Personen, gegen die wegen der Finanzierung des Präsidentschaftswahlkampfs 2023 ermittelt wird. Die Untersuchung konzentriert sich auf 500.000 US-Dollar, die während des Wahlkampfs in Werbung geflossen sein sollen. Gonzalez hat jedes Fehlverhalten bestritten und die Vorwürfe als absurd bezeichnet.
Die Parteipräsidentin Gabriela Rivadeneira erklärte bei einer Pressekonferenz, die Festnahme bestätige, was die Partei zuletzt immer wieder gesagt habe: Ecuador lebe unter einer Diktatur. Gonzalez ist Juristin und war früher Abgeordnete in der Nationalversammlung. Sie unterlag Noboa im April 2025 in der Stichwahl und erkannte das Ergebnis nicht an, sondern bezeichnete es als betrügerisch.
Noboa, ein enger Verbündeter von US-Präsident Donald Trump, hat der Bürgerrevolution später vorgeworfen, sich mit dem Ziel verschworen zu haben, ihn anzugreifen. Die Partei ist inzwischen von den Kommunalwahlen im kommenden Monat ausgeschlossen. Es gilt die Unschuldsvermutung.
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