Wie n-tv berichtete, sagte Cavallo in einem internen Interview, die Rede Trumps sei über etliche Minuten von Rassismus, Sexismus, Fremdenhass, Transphobie und der Verächtlichmachung der Demokratie geprägt gewesen.
Die Veranstaltung fand im US-Bundesstaat Georgia statt. Cavallo zufolge betrieb Döllner damit aktive Wahlkampfhilfe.
Auch am gesamten VW-Konzernvorstand um Oliver Blume übte Cavallo Kritik. Dass umgehend Vergleiche zur VW-Geschichte gezogen würden, sei für sich sprechend. Cavallo sprach von einem Spiel mit dem Feuer. Volkswagen wurde in der Zeit des Nationalsozialismus gegründet und diente dem Regime Adolf Hitlers als Vorzeigeunternehmen.
Döllner ist Chef der VW-Tochter Audi und Mitglied im Wolfsburger Konzernvorstand, wo er die Markengruppe Progressive verantwortet. Audi plant in Georgia nach den Angaben jährlich 200.000 Sportgeländewagen zu produzieren. Es wäre das erste Werk der Premiumtochter in den Vereinigten Staaten.
Nach Cavallos Darstellung steht der Auftritt im Widerspruch zu internen Leitlinien von Audi.
Die Pläne für ein Werk in den USA bewertet Cavallo nüchterner. Betriebswirtschaftlich könne das Sinn ergeben, sagte sie. Zugleich seien die Zölle unter Trump hoch und kosteten den Konzern Milliarden.
Innerbetrieblich stellt Cavallo klare Bedingungen. Die Arbeitnehmerseite im Aufsichtsrat könne einer neuen US-Fabrik, unabhängig von der Marke, nur zustimmen, wenn Klarheit über die Auswirkungen auf die übrigen Werke, insbesondere in Deutschland, bestehe. Solange kein Gesamtbild aller Standorte vorliege, werde man keine Zustimmung erteilen. Der Bundesstaat Georgia sei politisch besonders umkämpft und werde für die künftigen Mehrheitsverhältnisse im Senat entscheidend sein. Wahlkampf für einen Autokraten, der einen Handelskrieg gegen Deutschland führe, sei zudem ein neuer Tiefpunkt für den Konzern.
Auch IG Metall-Chefin Christiane Benner äußerte Kritik am Auftritt Döllners in den USA. Die Art seiner Präsentation sei politisch inakzeptabel, außerdem peinlich und den Beschäftigten von Audi nicht würdig. Döllner habe die Unternehmensregeln zur politischen Neutralität im Vorfeld von Wahlen grob verletzt.
Es gilt die Unschuldsvermutung.
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