Der frühere japanische Premierminister Yasuo Fukuda ist tot. Er starb im Alter von 90 Jahren, wie ABC News berichtete. Die regierende Liberaldemokratische Partei gab den Tod bekannt, nannte aber keine weiteren Einzelheiten, auch nicht die Todesursache.
Fukuda führte Japan nur ein Jahr lang, verbrachte danach aber Jahre damit, bessere Beziehungen zu China aufzubauen. Geboren wurde er 1936 in Gunma, nordwestlich von Tokio, in eine Politikerfamilie. Sein Vater Takeo Fukuda war ebenfalls Premierminister und hatte sich um die Beziehungen Tokios zu Peking bemüht.
Nach dem Studium an der Waseda-Universität in Tokio arbeitete Fukuda mehr als 17 Jahre für einen japanischen Ölkonzern, bevor er in die Politik ging. Zunächst war er Privatsekretär seines Vaters, kurz bevor dieser 1976 Japans Regierungschef wurde. 1990 zog er erstmals ins Parlament ein und übernahm das frühere Mandat seines Vaters.
Im Jahr 2000 wurde Fukuda Chefkabinettssekretär, also oberster Regierungssprecher, unter Premierminister Yoshiro Mori. Damals nannte er sich scherzhaft „Sekretär für Erklärungen“. Als Abgeordneter übernahm er zahlreiche außenpolitische Aufgaben und galt als Diplomatie-Experte. Wie sein Vater legte er großen Wert auf Freundschaften mit asiatischen Ländern.
Während seiner Amtszeit 2007 und 2008 baute Fukuda stabile Beziehungen zu Chinas Hu Jintao auf. Seine Regierungszeit dauerte nur ein Jahr, in dem er ein geteiltes Parlament zu managen hatte. Seine Liberaldemokratische Partei hielt nur in einer der beiden Kammern die Mehrheit.
Nach seinem Rückzug aus der Politik 2012 widmete sich Fukuda der Verbesserung der Beziehungen zwischen Japan und China. Diese waren durch Gebietsstreitigkeiten um eine Gruppe unbewohnter Inseln im Ostchinesischen Meer belastet. 2014 reiste er nach China, um mit Präsident Xi Jinping zu sprechen und das frostige Verhältnis aufzutauen. Sein Besuch ebnete den Weg für die Reise des damaligen Premierministers Shinzo Abe, der dort mit Xi zusammentraf.
Fukuda leitete zudem regelmäßig politische Delegationen nach China und in andere asiatische Länder und nahm an internationalen Konferenzen teil. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur AP sagte er 2022 anlässlich des 50. Jahrestages der Normalisierung der japanisch-chinesischen Beziehungen von 1972, mangelnder Dialog erhöhe die Gefahr von Missverständnissen. Dinge, die unter normalen Umständen nicht passierten, könnten dann geschehen.
Fukuda galt als oft ernst im Auftreten und war bekannt für seinen trockenen Humor. Als er 2008 auf einer Notfall-Pressekonferenz seinen Rücktritt ankündigte, sagte ein Reporter, er klinge, als spreche er über jemand anderen. Fukuda erwiderte, er könne sich selbst objektiv betrachten, er sei aber nicht wie der Reporter.
Die Wendung „I'm not like you“ wurde später im Jahr 2008 bei einer jährlichen Veranstaltung eines Verlags zu einem der Schlagwörter des Jahres gewählt. Fukuda lehnte die Auszeichnung ab.
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