Der Onlinehändler Temu hat sich nach einer im Mai verhängten EU-Geldstrafe von 200 Millionen Euro zu mehr Kontrolle auf seiner Plattform bereiterklärt. Wie die Salzburger Nachrichten berichten, will das Unternehmen bis Ende November einen ausführlichen Bericht über die Risiken vorlegen, die von Angeboten auf seiner Plattform ausgehen. Die EU-Kommission teilte das am Montag mit. Im Mittelpunkt stehen unter anderem Algorithmen, die unsichere oder gesundheitsgefährdende Waren bewerben.
Temu muss nach dem Gesetz für digitale Dienste, dem Digital Services Act (DSA), jedes Jahr einen Risikobericht bei der Kommission einreichen. Darin hat der Händler zu bewerten, wie viele gefährliche Produkte auf seiner Plattform angeboten werden, und darzulegen, wie er dagegen vorgeht.
Nach Brüsseler Angaben hatte sich Temu in seinen bisherigen Angaben nur allgemein zum Markt geäußert, nicht aber zur eigenen Plattform. Testkäufer der Kommission stießen auf zahlreiche Produkte, die grundlegende Sicherheitsprüfungen nicht bestanden. Die Kommission befand, Temu habe die Zahl illegaler Produkte zu niedrig angesetzt, und verhängte daraufhin das Bußgeld von 200 Millionen Euro.
Für den aktualisierten Jahresbericht erhält Temu vier Monate Zeit.
Das Verfahren gegen Temu läuft seit knapp zwei Jahren.
Ein Temu-Unternehmenssprecher schrieb der APA in einer schriftlichen Stellungnahme, das Unternehmen begrüße, dass die Kommission dem Aktionsplan zur Risikobewertung zugestimmt habe. Der Plan verbessere die Methodik zur Risikobewertung, die seit dem Inkrafttreten der DSA-Pflichten im Jahr 2024 deutlich weiterentwickelt worden sei.
Das Vorhaben belege nach Darstellung des Sprechers das Engagement des Unternehmens, in eine verlässliche Compliance-Infrastruktur zu investieren, um Nutzerinnen und Nutzern in der EU ein sicheres und vertrauenswürdiges Einkaufsumfeld zu bieten.
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