Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, bereitet Israel die Abriegelung des gesamten Westjordanlands vor. Regierungschef Benjamin Netanjahu zieht damit Konsequenzen aus einem Angriff nahe Hebron, bei dem zwei Soldaten ums Leben kamen. Gemeint sei, alle Übergänge zu dem palästinensischen Gebiet zu schließen.
Das Büro des Regierungschefs teilte mit, Netanjahu habe die Sicherheitskräfte angewiesen, sich auf diesen Schritt vorzubereiten. Nach einer Lagebesprechung unter anderem mit Verteidigungsminister Israel Katz und Generalstabschef Eyal Zamir habe er bereits angeordnet, die Stadt Hebron abzuriegeln. Netanjahu wolle außerdem prüfen lassen, die Maßnahmen auf weitere Städte auszuweiten.
Der Angriff hatte sich am Morgen mit Schusswaffen in der Nähe von Hebron ereignet. Nach offiziellen Erkenntnissen sollen es zwei 27-jährige Männer aus Hebron gewesen sein.
Netanjahu sprach laut seinem Büro von einem verhinderten schweren Anschlag. Ob die beiden mutmaßlichen Täter der Hamas angehörten, sei noch unklar.
Netanjahu erklärte, er habe gemeinsam mit Verteidigungsminister Katz einen Einsatz erwogen, dessen Umfang seit dem Sechs-Tage-Krieg von 1967 ohne Beispiel wäre. Die Vorbereitungen laufen nach seinen Worten jedoch bereits.
Staatspräsident Isaac Herzog verurteilte den Anschlag. Er hoffe, dass die Verletzten, von denen sich einige in sehr ernstem Zustand befänden, vollständig genesen.
Die Armee befinde sich in höchster Alarmbereitschaft. Zamir kündigte an, weiterhin proaktiv zu handeln, wo es nötig sei, und die Täter und alle Beteiligten zu verfolgen.
Die Maßnahmen fallen in eine Phase des Wahlkampfs. Israel steht kurz vor der Parlamentswahl, die am 27. Oktober stattfindet. Eine Abriegelung des Westjordanlands vor einer Wahl wäre grundsätzlich nicht ungewöhnlich.
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