Die Africa Finance Corporation (AFC) und der deutsche Rückversicherer Munich Re haben ein Risikoteilungsprogramm über eine Milliarde US-Dollar gestartet. Wie Daba Finance berichtet, soll die Initiative die Finanzierung von Importen und Exporten auf dem afrikanischen Kontinent erleichtern. Das Programm wurde am 27. Oktober 2026 aufgelegt.
Der Handel in Afrika leidet nach Angaben der Quelle häufig unter Liquiditäts- und Risikobeschränkungen, die durch Banken auferlegt werden. Das Programm setzt genau hier an. Es basiert auf einem Mechanismus zur Mobilisierung von nicht unterlegtem gemanagtem Schuldkapital. Munich Re übernimmt damit einen Teil der Risiken aus Handelsfinanzierungsgeschäften, die die AFC zeichnet. Die Gelder reicht Munich Re nicht direkt an die Banken aus.
Die beiden Institutionen legen Kriterien und Deckungsgrenzen im Voraus fest. Dadurch können förderfähige Transaktionen automatisch gezeichnet werden, und Entscheidungen fallen schneller.
In der ersten Phase sind 38 Finanzinstitute in elf afrikanischen Ländern beteiligt. Das Programm deckt zentrale Instrumente zur Absicherung von Zahlungen und zur Finanzierung des internationalen Handels ab, darunter Akkreditive, Handelskredite und Garantien. Die Transaktionen haben eine Laufzeit von höchstens zwölf Monaten. Wenn sie zurückgezahlt werden, geben sie nach und nach wieder Deckungskapazität frei, sodass neue Geschäfte finanziert werden können.
Für die AFC geht es nach Darstellung der Quelle darum, die Grenzen der klassischen bilanzwirksamen Finanzierung zu überwinden und mehr privates Kapital zu mobilisieren. Zugleich werde damit die eigenen Ressourcen besser genutzt. Die Initiative fällt in eine Phase, in der die Afrikanische Freihandelszone (AfCFTA) den Handel zwischen den Volkswirtschaften des Kontinents verstärken will. Das erhöht den Finanzierungsbedarf afrikanischer Unternehmen und Banken.
Die Partnerschaft baut auf einer Zusammenarbeit auf, die 2018 begann. Bis dahin beruhte sie auf der Risikoteilung von Fall zu Fall. Das Programm ist ein Baustein des umfassenderen Programms der AFC zur Mobilisierung von gemanagtem Schuldkapital, das auch für andere institutionelle Investoren offen ist.
Ergänzend dazu gründete die AFC im August 2026 mit der AFC Captive Insurance Company eine eigene Versicherungstochter. Diese ermöglicht es dem Konzern, bestimmte Risiken intern zu steuern. Das Programm mit Munich Re dient dagegen der Risikoteilung mit einem externen Partner.
Die Quelle sieht in der Vereinbarung auch einen Katalysator. Sie könnte andere institutionelle Investoren dazu bewegen, sich an der Finanzierung oder Risikoteilung kommerzieller Geschäfte in Afrika zu beteiligen.
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