Die russische Zeitung »Nowaja Gaseta« schließt dauerhaft. Wie Spiegel Online berichtete, hat das Blatt seine Schließung verkündet, die am 9. November wirksam werden soll. Die Zeitung gehörte zu den wenigen kritischen Stimmen, die in Russland noch existierten.
In einer Erklärung auf ihrer Website schrieb die Redaktion, man sei vernichtet worden. Am 9. November werde man in dem Haus das Licht ausschalten, in dem die Zeitung über Jahrzehnte ihren Sitz hatte.
Als weiteren Grund nennt die Zeitung offenbar den endgültigen Entzug finanzieller Mittel. Gleichzeitig mit dem Räumungsbescheid sei das System abgeschaltet worden, über das Leser Spenden an die Redaktion leisten konnten. Die Zeitung spricht von einer koordinierten Aktion. Die Banken hätten ihr Vorgehen mit internen Unternehmensvorschriften begründet, doch diese Rechtfertigung halte die Redaktion für unglaubwürdig und lasse sich davon nicht überzeugen.
Die Redaktion schrieb außerdem, sie habe fast fünf Jahre lang unter dichter Beobachtung der Geheimdienste gearbeitet. In dieser Zeit seien die Websites der Zeitung gesperrt und die Registrierung als Medienunternehmen entzogen worden.
Auch Anna Politkowskaja, Journalistin der »Nowaja Gaseta«, wird in dem Zusammenhang erwähnt. Am 7.
Journalisten der Zeitung würden zunehmend ebenfalls als »ausländische Agenten« bezeichnet. Gegen den Journalisten O. Roldugin sei ein Strafverfahren eingeleitet worden. seien Durchsuchungen durchgeführt worden. Es gilt die Unschuldsvermutung.
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