Der Digitalgipfel der Bundesregierung in Berlin ist ausverkauft. Wie die tagesschau berichtet, war die Nachfrage größer, als die Bundesregierung sie erfüllen konnte. Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) ist Gastgeber der zweitägigen Konferenz.
Außerdem kommen die Chefs zahlreicher Techfirmen sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz soll vorbeischauen.
Wildberger erwartet, dass der Gipfel Aufbruchstimmung schafft. Er wolle wissen, wie man auf dem aufsetzen könne, was bereits in Gang gekommen sei, um bei KI weiter vorne mitzuspielen. Beim Thema Digitales habe sich in Deutschland einiges getan. Deutsche Unternehmen setzten KI in der Industrie ein, und reihenweise würden KI-Start-ups gegründet. Die Politik habe außerdem eine Rechenzentrumsstrategie ins Leben gerufen. Ob Deutschland ganz vorn mitspiele, daran zweifelten jedoch einige.
Ein Kernproblem sei die Abhängigkeit von den USA. Wer daran teilhaben wolle, müsse sich dort bedienen. Diesen Zustand beobachte auch der Thinktank Agora Digitale Transformation in Berlin. Im vergangenen Jahr sei das prominent diskutiert worden. Seitdem sei allerdings wenig passiert, sagt Heumann, die Abhängigkeiten seien sogar noch weiter gestiegen.
Besonders deutlich werde das bei den Investitionen. Das entspreche 0,15 Prozent des Bundesetats. Das sei mehr als der gesamte Bundeshaushalt.
Wildberger betont, es gehe nicht nur ums Finanzielle, sondern auch um das Mindset. Entscheidend sei, ob man mutig genug sei, diese Technologie wirklich anzunehmen und ihre Möglichkeiten zu nutzen. Hier sehe er Aufholbedarf. Auch in der Wirtschaft werde Aufholbedarf gesehen. Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer des Branchenverbands Bitkom, nennt ein konkretes Beispiel. Deutschland sei beim Import oder Bezug sogenannter Basismodelle abhängig, also der großen Modelle, die unter anderem ChatGPT, Claude von Anthropic oder DeepSeek aus China zugrunde liegen. Das könne Deutschland bislang nicht in gleicher Weise wie andere Länder.
Der KI-Zug fahre schnell, mache aber immer wieder Zwischenstationen. Das Motto laute: clever statt nur viel investieren.
Ebenso denkbar sei eine stärkere Förderung der deutschen KI-Grundlagenforschung. Zudem wären Partnerschaften mit Ländern außerhalb der USA möglich. Für die kommenden Monate müsse nun angepackt und das Tempo erhöht werden, sagt Wildberger.
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