Die Arbeiterkammer (AK) und der Gewerkschaftsbund (ÖGB) fordern ein System, das Unternehmen bestraft, wenn sie zu wenige ältere Arbeitnehmer beschäftigen, und Betriebe belohnt, die die Zielquote übererfüllen.
Laut den Arbeitnehmervertretern müssten dafür 10.000 Betriebe insgesamt 266 Mio. Euro jährlich zahlen, berechnet auf Basis von Daten für 2026. Die eine Hälfte des Aufkommens soll als Bonus an die Unternehmen zurückfließen. Die zweite Hälfte soll nach dem Vorschlag beim Arbeitsmarktservice (AMS) in Beschäftigungsmaßnahmen investiert werden.
Die Daten für die jährliche Abrechnung sind laut AK und ÖGB beim Hauptverband der Sozialversicherungsträger vorhanden, ein zusätzlicher Bürokratieaufwand würde daher nicht entstehen.
Zuerst müsse das faktische Pensionsantrittsalter steigen, argumentierte Anderl. Wer mit 60 keinen Job habe, habe ihn mit 67 auch nicht. Anderl sagte in einer Pressekonferenz außerdem, dass es nicht die Menschen selbst in der Hand hätten, wie lange sie arbeiten wollen, sondern die Unternehmen und Chefs, ob ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter so lange arbeiten können. Prozentsätze oder Jahreszahlen nannte er dafür nicht.
Die Wirtschaftskammer (WKÖ) und die Industriellenvereinigung (IV) lehnten den Vorschlag von AK und ÖGB zu Wochenbeginn umgehend ab. Sie sehen darin Belastungen und Strafen für Unternehmen. Auch unter den Regierungsparteien gibt es Widerstand. Dieses werde durch eine neue Bezeichnung nicht besser.
Aufgeschlossener zeigte sich der ÖVP-Seniorenbund. Seniorenbundpräsidentin Ingrid Korosec sagte, Appelle, ältere Menschen nicht zu kündigen oder einzustellen, würden nicht fruchten. Deshalb seien Maßnahmen nötig, damit sich etwas verändert. Im äußersten Fall könnte das bedeuten, dass ein Betrieb, der unterdurchschnittlich wenige Ältere beschäftigt, einen finanziellen Beitrag leisten muss. Die Grünen begrüßten den Vorschlag der Arbeiterkammer als dringend notwendig.
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