Die Arbeitslosigkeit in Österreich ist im Oktober bei Männern gesunken und bei Frauen deutlich gestiegen, wie die Kleine Zeitung berichtet. Das sind um 0,5 Prozent beziehungsweise 1823 Betroffene mehr als im Vorjahresmonat.
Die Frauen-Arbeitslosigkeit legte um 3,8 Prozent zu, während sie bei Männern um 2,6 Prozent zurückging. Insgesamt stieg die Arbeitslosigkeit in Österreich zum 43. Mal in Folge. Auch zwischen Älteren und Jüngeren zeigt sich eine Kluft.
Beim Arbeitsmarktservice (AMS) heißt es, der Konjunkturaufschwung sei noch nicht stark genug, um die Arbeitslosigkeit zu senken. Bei den über 50-Jährigen stieg sie um 4,4 Prozent, während sie bei unter 50-Jährigen um 0,8 Prozent und bei Jugendlichen unter 25 Jahren um 1,4 Prozent sank. In nicht allen Bundesländern ist die Entwicklung gleich, wie sich unter anderem in der Steiermark zeigt.
AMS-Vorstand Johannes Kopf nannte in der ZiB2 mehrere Gründe dafür, warum die Arbeitslosigkeit von Frauen seit Monaten deutlich stärker steigt. Zugleich steige die Beschäftigung im Gesundheits- und Pflegebereich überdurchschnittlich. Kopf sagte, man sehe derzeit, dass die öffentliche Hand an verschiedenen Stellen spare. Die Handelsbranche stehe vor allem wegen der Online-Konkurrenz unter Druck. Als wesentlichen Faktor für die steigende Frauen-Arbeitslosigkeit nannte Kopf die schrittweise Anhebung des gesetzlichen Pensionsalters.
Arbeiterkammer und Gewerkschaft haben laut Bericht ein Bonus-Malus-Modell präsentiert. Es bestraft Unternehmen, die zu wenige ältere Arbeitnehmer beschäftigen, und belohnt jene, die die Zielquote übererfüllen. Ihm erscheine es sinnvoller, positive Anreize zu setzen. Die Rückzahlungen an die Betroffenen erfolgten automatisiert, ohne dass ein Antrag gestellt werden müsse. Derzeit würden alle Fälle einzeln durchgerechnet. Kopf gehe von mehr als 100.000 Fällen aus und glaube, dass es noch mehr Betroffene geben werde. Die Fälle seien bekannt, nicht aber, wie viele unterschiedliche Personen dahinterstehen. Darunter seien etwa Saison-Arbeitslose, die jedes Jahr arbeitslos gewesen seien.
Diese Novelle sollte ohne Einfluss auf die Bemessung des Arbeitslosengeldes bleiben.
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