Die nach Angaben von Al Jazeera größte Gewerkschaft Deutschlands hat eine Welle von Streiks gestartet. Mit den Arbeitsniederlegungen zu Wochenbeginn verschärfte sich der Lohnkonflikt in der Metall- und Elektroindustrie, der etwa 3,7 Millionen Beschäftigte betrifft. Die IG Metall pocht auf höhere Löhne und mehr Beschäftigungssicherheit.
Betroffen sind unter anderem große Hersteller wie Audi, Mercedes-Benz und Tata Steel. Die Gewerkschaft verlangt fünf Prozent mehr Lohn angesichts der gestiegenen Lebenshaltungskosten. Außerdem fordert sie Maßnahmen zum Schutz von Arbeitsplätzen und Produktionsstandorten sowie Gewinnbeteiligungen in Branchen, die wirtschaftlich stark dastehen.
Die Arbeitgeber haben laut Al Jazeera eine Einmalzahlung von ein Prozent des Entgelts im Juli 2027 vorgeschlagen. Ab Juli 2028 sollen die Löhne dann um 1,3 Prozent steigen. Nach diesem Vorschlag könnten Unternehmen, die in finanziellen Schwierigkeiten stecken, die Einmalzahlung zurückhalten.
Die IG Metall lehnt das Angebot ab. Es würde nach ihrer Einschätzung einen Reallohnverlust bedeuten.
Die Streiks sollen sich im Laufe der Woche fortsetzen. Die Gewerkschaft will am Freitag Zahlen zur Beteiligung veröffentlichen. In der vorangegangenen Tarifrunde 2024 hatten an Spitzentagen mehr als 100.000 Beschäftigte an Arbeitsniederlegungen teilgenommen.
Die Proteste reihen sich in eine Welle ein, die in den vergangenen Wochen ganz Europa erfasst hat. Lebenshaltungskosten, Wohnkosten und Bildungspolitik haben Demonstrationen ausgelöst. Studierende und Gewerkschaften haben Massenkundgebungen organisiert. Unruhen gab es unter anderem in Belgien, Frankreich und Spanien.
Die Protestwelle erreichte Deutschland am Wochenende. Am Samstag versammelten sich Tausende Menschen in Berlin und in mehr als 30 weiteren deutschen Städten.
Kommentare (0)