Die Aktienmärkte in Europa haben nach dem klaren Sieg der Demokraten bei den Zwischenwahlen in den USA deutlich zugelegt, wie n-tv berichtet. Besonders gefragt waren Bankenwerte und Papiere von Ökostromanbietern, weil Anleger auf eine für diese Branchen günstigere Politik in Washington setzen. Der Schweizer SMI und der Londoner FTSE 100 legten ebenfalls spürbar zu, und auch an der Wall Street ging es im frühen Handel nach oben: Die US-Börsen notierten bis zu 2,9 Prozent im Plus. Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst von CMC Markets, sagte, die veränderten Kräfteverhältnisse in der Politik könnten die Haushaltspolitik in den USA stärker disziplinieren. Dadurch ließen sich Sorgen über die hohe Staatsverschuldung und langfristig hohe Anleiherenditen zumindest teilweise entschärfen. Für den Dax sehe er deshalb deutlich bessere Aussichten auf einen Jahresendspurt.
Rückenwind kam außerdem von fallenden Ölpreisen. Lipkow zufolge würden nachhaltig sinkende Energiepreise nicht nur den Inflationsdruck verringern, sondern auch die Gewinnaussichten vieler Unternehmen verbessern. Zudem könnten sie den Notenbanken mehr Spielraum für ihre Geldpolitik verschaffen. Danach beschleunigte sich der Preisrückgang auf mehr als acht Prozent.
Der Bankenindex gewann 4,6 Prozent und führte damit die Sektorgewinner in Europa an. Gefragt waren außerdem Aktien von Anbietern erneuerbarer Energien. Investoren rechnen damit, dass die Demokraten nach der Mehrheit in beiden Kongresskammern den Ausbau der Förderung für Ökostrom-Projekte vorantreiben.
Auch Unternehmenszahlen stützten die Stimmung. Continental gewann 5,2 Prozent. Der Hersteller des Abnehmmittels Wegovy verdiente im dritten Quartal mehr als erwartet, weil die Nachfrage nach dem Präparat anhaltend hoch blieb, und hob seine Jahresziele an.
Nach der Wahl rechneten Börsianer mit strengeren Regeln für den KI-Sektor. Das könnte die Investitionsbereitschaft der Firmen dämpfen und die Wachstumsaussichten der US-Wirtschaft trüben. Gold verteuerte sich um 3,5 Prozent auf 4065 Dollar je Feinunze.
Zu den Verlierern zählten neben dem Ölsektor Technologiewerte und Zulieferer. Infineon verloren 4,1 Prozent, ASML 3,4 Prozent und STMicro 5,1 Prozent. Siemens Energy, das KI-Datenzentren ausrüstet, fiel um acht Prozent, ABB um 2,8 Prozent.
Die Anleger richten ihren Blick nun auf den US-Arbeitsmarktbericht, der am Freitag erscheint.
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