Die Eidgenössische Finanzkontrolle (EFK) hat das Immobilien-Portfolio der Schweizer Armee unter die Lupe genommen und in einem neuen Bericht mehrere Mängel benannt, wie 20 Minuten Schweiz berichtet. Die Armee gilt demnach als grösste Grundbesitzerin der Schweiz. Für die Erfüllung ihres Auftrags benötigt sie Kasernen, Waffenplätze und weitere Anlagen.
Das Portfolio umfasst laut Bericht 21.600 Objekte, darunter 6.070 Gebäude. Ursprünglich wollte die Armee es verkleinern. Der Kernbestand der langfristig benötigten Infrastruktur beträgt aktuell 24 Milliarden Franken und sollte auf 20 Milliarden Franken sinken. Nun ist geplant, den Bestand auf bis zu 30 Milliarden Franken auszubauen.
Unklar sei unter anderem, was der geplante Ausbau kosten werde. Wegen der neuen Ausrichtung der Armee seien gewisse strategische Grundlagen nicht mehr aktuell. Die Kontrolleure empfehlen, übergeordnete Stellen stärker einzubeziehen.
Auch die Instandsetzung der bestehenden Immobilien wird laut Bericht viel Geld kosten. Bis 2030 könnte dieser Bugwelle eine weitere Milliarde Franken hinzukommen.
Laut EFK verschärft der gestiegene Bedarf bei Immobilien und Aufrüstung die Konkurrenz um die verfügbaren Mittel im VBS. Damit sollen eingesparte Mittel für andere Aufgaben der Armee frei werden.
Dieser Zielkonflikt zwischen Aufrüstung und Immobilien bestand auch während der Prüfung fort. Ein beantragter Grundsatzentscheid wurde nicht gefällt, geplante Sitzungen des Immobilienrats fielen aus. Das VBS hielt in seiner Stellungnahme fest, dass die grundsätzlichen Organisationsfragen zwischen Armeechef und Rüstungschef inzwischen verbindlich geklärt seien. Die Details sollen bis Ende Jahr definiert werden.
Diese Probleme stellten laut Bericht den Nutzen des Controllings als Steuerungsinstrument infrage.
Erst im März 2026 wurde beschlossen, Standards für zwölf Objektarten zu erarbeiten. Die EFK sieht darin ungenutztes Sparpotenzial. Einheitliche Bauweisen könnten Kosten senken und Projekte schneller umsetzen.
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